«Die Swissair war ein Gott»
23. März 2006, 13:37Viereinhalb Jahre nach dem Grounding sprach Bundesrat Christoph Blocher im Ständerat über die Verfilzung bei der Swissair, Strafmassnahmen und was daraus für die Swisscom zu lernen ist.
Der Bundesrat mische sich in die Schadenserledigung des Swissair-Debakels nicht ein. Aus dem Grounding müssten die richtigen Lehren gezogen werden, sagte Blocher. Das sei wichtiger, als dass «irgendeiner in die Kiste kommt».Der Justizminister nahm im Ständerat Stellung zu einer Interpellation von Michel Béguelin (SP/VD), der sich über den schleppenden Gang der Justiz viereinhalb Jahre nach dem Grounding beklagte. Béguelin glaubt, dass das Heer der Spitzenanwälte der ehemaligen Swissair-Spitzenleute auf Verjährung setzt.
Die lange Dauer der Zivil- und Strafverfahren sei natürlich störend, sagte Blocher. Aber das schweizerische Strafrecht verlange nun einmal im Unterschied zum angelsächsischen, dass vor einer Anklage jedes Detail abgeklärt werden müsse.
Verfilzte Swissair
«Die verfilzte Swissair ist ein Gott gewesen, keine Firma», sagte Blocher. Wer ihre Hunterstrategie kritisiert habe, sei gleich als Landesverräter abgestempelt worden. Aus dem Schaden müsse man klug werden. Das habe der Bundesrat im Fall Swisscom getan, indem er die Auslandstrategie der Unternehmung gestoppt habe.Bruno Frick (CVP/SZ) kündigte als Vertreter der Swissair- Gläubiger an, dass der erste Teil der Strafuntersuchung der Zürcher Staatsanwaltschaft unmittelbar vor dem Abschluss stehe. Die Anstrengungen der Strafjustiz seien enorm. Aber leichtfertig dürfe in diesem komplexen Fall nicht Anklage erhoben werden.
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