Eine Lobby für Leute ohne Auto
07. April 2006, 14:10Leute ohne Auto sollen mehr politisches Gewicht erhalten, fordert der Club der Autofreien der Schweiz. Er will die Interessen der rund einer Million Menschen vertreten, die hierzulande ohne Auto leben.
Der im Dezember 2004 gegründete Club der Autofreien der Schweiz (CAS) will die Autofreien organisieren, ihnen eine Stimme geben und politische Lobbyarbeit leisten, wie der Verein heute in einer Medienmitteilung schreibt. Mit Vergünstigungen soll deren Beitrag an eine bessere Umwelt- und Lebensqualität honoriert werden. Dem Club haben sich bisher 650 Leute angeschlossen.Der Club will eine Kultur des autofreien Lebensstils entwickeln und zeigen, dass dies nicht ein Verzicht, sondern ein Gewinn an Lebensqualität bedeutet, wie es heisst. Die Autofreien seien fern all der Probleme wie Stau, Fettleibigkeit, Lärm, Abgase, Verwüstung der Städte und das CO2-Problem, wird CAS-Präsident Beat von Scarpatetti zitiert.
Einsparungen
Der Beitrag der Autofreien für eine bessere Umwelt sei beträchtlich. So sei der Primärenergieverbrauch von Menschen ohne Auto im Durchschnitt nicht einmal halb so gross wie von Menschen mit eigenem Auto. Zudem spare die Gesellschaft pro autofrei lebende Person im Jahr durchschnittlich über 1000 Franken, heisst es weiter.Die offizielle Verkehrspolitik hat laut dem CAS dem Potenzial des autofreien Lebensstils bisher keine Rechnung getragen und diesen nicht gefördert. Dabei lebten die rund eine Million Menschen in der Schweiz ohne Auto bewusst, mobil und gut.
Vergünstigungen
Der Club will mit Behörden, Verkehrsbetrieben und Firmen abklären, wie ein autofreier Lebensstil durch finanzielle Vergünstigungen unterstützt werden kann. Auch will der CAS mit Organisationen zusammenarbeiten, welche sich für die sanfte Mobilität einsetzen.Nach ersten lokalen Vergünstigungen wie Tageskarten im Tarifverbund Nordwestschweiz und Gratis-Eintritte für kulturelle Veranstaltungen lockt der CAS mit einem schweizweiten Angebot: Seine Mitglieder sollen Rabatte erhalten in den Hotels mit dem Steinbock-Label, das für Nachhaltigkeit steht.
Zahlreiche NGOs und Politiker unterstützen den CAS, wie der Verein weiter schreibt. So hat etwa der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) den CAS bei dessen Gründung mit einem namhaften Beitrag unterstützt, wie Adrian Schmid, Leiter Politik und Kommunikation des VCS, in der Medienmitteilung zitiert wird.
Der CAS ist auch international vernetzt durch den Anschluss an das World Carfree Network (WCN). Dadurch soll von erfolgreichen Initiativen in anderen Ländern erfahren werden. Solche Erfolge sollten dann in der Schweiz propagiert werden.
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