Schweiz

Gotthard Ende Juni wieder offen

16. Juni 2006, 12:01

Die Urner Behörden wollen die Strassenverbindungen am Gotthard in zwei Wochen wieder öffnen, wenn Wetter und Fels mitspielen.

Die autofreie Gotthard-Autobahn A2 Richtung Süden.
Die autofreie Gotthard-Autobahn A2 Richtung Süden.
Der Verkehr am Gotthard kann möglicherweise bereits Ende Juni wieder rollen. Dies sagte der Urner Baudirektor Markus Züst bei einer Besichtigung des Felssturzgebietes mit Vertretern des Tessins und Graubündens. Voraussetzungen sei aber, dass das Wetter mitspiele und die Bauarbeiten rasch vorankämen.

Bisher waren die Behörden davon ausgegangen, die gesperrte Autobahn bei Gurtnellen bis spätestens am 9. Juli wieder zu öffnen. Zuvor müssen aber oberhalb der Strasse rund 10’000 Kubikmeter Gestein gesprengt werden. Die Vorbereitungsarbeiten kommen voran, sind aber umfangreicher als zunächst angenommen. Statt 800 bis 1’000 Kubikmeter Material müssten bis zu 2’000 Kubikmeter abgetragen werden. Es ist vorgesehen, für die Sprengung auf 1’800 Laufmetern Löcher in den Fels zu Bohren, zudem sollen auf einer Fläche von 650 Quadratmetern Netzabdeckungen angebracht werden. Züst erklärte, am kommenden Mittwoch könne ein Termin für die Sprengung festgelegt werden.

Sieben Tage die Woche zwei Schichten
Die Behörden wiesen Vorwürfe zurück, die Arbeiten gingen nicht genug schnell vorwärts. Gegenwärtig seien zwei Schichten sieben Tage die Woche im Einsatz, hiess es. Es wird jeweils eine halbe Stunde gearbeitet. Dann muss eine halbe Stunde pausiert werden, damit unten im Tal der lokale Verkehr die Autostrasse passieren kann. Für die Sprengung des Felsens sind acht Millionen Franken veranschlagt. Im kommenden Herbst sollen dann die Arbeiten an einem Schutzwall mit Aufnahmebecken aufgenommen werden, wie Züst weiter erklärte. Der Bau dieser Schutzmassnahmen werde voraussichtlich fünf bis zehn Monate dauern.

An der Baustellenbesichtigung nahmen neben den Urner Behörden mehrere Vertreter der Kantone Tessin und Graubünden teil. Sie prüften den Fortschritt der Arbeiten und besprachen die Konsequenzen der Strassensperrung für ihre Kantone. Sie waren sich einig, dass die Aufhebung des Nachtfahrverbotes für Lastwagen kein Thema sei. Auch mehr Ausnahmebewilligungen für die Passage über die Kantonsstrasse gebe es nicht. Bereits heute werden Autos mit Urner und Tessiner Kennzeichen durchgelassen.

Ausweichroute gut organisiert
Ein Vertreter des Bündner Bauamtes erklärte, der Verkehr auf der Ausweichroute San Bernardino könne bewältigt werden. Die Behörden profitierten von den Erfahrungen im Jahr 2001, als der Gotthard wegen eines Lastwagenbrandes geschlossen war. Die Gotthard-Autobahn sowie die Kantonsstrasse sind gesperrt, seit Ende Mai in Gurtnellen riesige Felsbrocken ins Tal donnerten. Bei dem Felssturz wurde auch das Auto eines deutschen Ehepaars getroffen, das dabei tödlich verletzt wurde.

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