Basler Archäologen finden Massengrab

26. Juli 2006, 11:50

In einem ehemaligen Friedhofsareal bei der Basler Elisabethenkirche ist ein mittelalterliches oder neuzeitliches Massengrab entdeckt worden. Gefunden wurden über 30 Skelette von Erwachsenen und Kindern.

Die gefundenen Skelette sind vermutlich an einer Seuche gestorben.
Die gefundenen Skelette sind vermutlich an einer Seuche gestorben.
Entdeckt wurde das Massengrab in den letzten Wochen von der Archäologischen Bodenforschung Basel-Stadt in Leitungsgräben, wie es in einer Mitteilung heisst. Überrascht zeigen sich die Archäologen nicht über den Gräberfund an sich, sondern von der Lage der Skelette.

Im Grab lagen die Skelette sehr dicht bei- und übereinander. Verstorbene jeglichen Alters wurden zusammen mit Kleinkindern und Säuglingen in derselben Grabgrube bestattet. Auffällig ist gemäss der Mitteilung, dass die Toten trotz rascher Bestattung sorgfältig in die grosse Grabgrube gelegt wurden. Die Kinder lagen jeweils in einer eigenen Reihe zwischen den Beinen der Erwachsenen.

Wohl Pest als Todesursache
Die Archäologen gehen davon aus, dass die in diesem Grab zusammen beerdigten Menschen etwa gleichzeitig verstorben sind. Als Todesursache wird eine Epidemie wie die Pest angenommen.

Epidemien waren im Mittelalter und in der frühen Neuzeit weit verbreitet. Basel etwa erlebte um 1348/50 und 1610/11 grosse Pestseuchen. Alle zehn bis zwanzig Jahre gab es zudem kleinere epidemische Erkrankungen.

Der konkrete Nachweis der Todesursache ist für die Archäologen kaum möglich. Denn die Seuchen führten meist zu einem schnellen Tod und das Krankheitsbild äusserte sich nicht im Skelett.

Noch kein Todesdatum
Das Todesdatum konnte noch nicht näher bestimmt werde, weil den vorgefundenen Toten keine Gegenstände ins Grab mitgegeben wurden. Der Zeitraum soll jedoch mit naturwissenschaftlichen Analysen näher eingegrenzt werden.

Das Massengrab gehört laut der Archäologischen Bodenforschung zu einem der beiden Friedhöfe, die sich ab dem 14. Jahrhundert auf dem Gebiet um die heutige Elisabethenkirche befanden. Im 19. Jahrhundert wurden sie aufgegeben.

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