Schweiz

Roche plant höchstes Gebäude

14. September 2006, 15:50

Die Basler Skyline soll ein neues markantes Gebäude erhalten: Der Pharmakonzern Roche plant einen 160 Meter hohen Büroturm – das höchste Gebäude der Schweiz.

Das geplante Bürogebäude von Roche erinnert an eine Doppel-Helix.
Das geplante Bürogebäude von Roche erinnert an eine Doppel-Helix.
Für den «Bau 1» genannten Büroturm und ein ebenfalls geplantes neues Forschungsgebäude investiert Roche rund 800 Millionen Franken. Das Hochhaus allein soll rund 550 Millionen Franken kosten. Fertiggestellt sein könnte es bis 2011, wie Matthias Baltisberger, Leiter des Roche-Standorts Basel, heute vor den Medien sagte.

Im Büroturm will Roche Mitarbeitende von ausserhalb des Werkareals zusammenführen: Rund 1700 Arbeitsplätze sind derzeit im Stadtgebiet in gemieteten Büros untergebracht, so etwa auf neun Etagen des Basler Messeturms. Hinzu kommen im Neubau 450 neue Arbeitsplätze, mit denen Roche bis 2011 rechnet, sowie 200 aus weiteren Bereichen.

Turm mit Spirallinien
Der Turm soll auf 43 Geschossen eine Bruttogeschossfläche von 75’000 Quadratmetern aufweisen. In der Form erinnert der runde, von zwei sich kreuzenden Spirallinien durchzogene Entwurf an eine Doppel-Helix. Gruppen von mehreren Geschossen sind dabei gegenüber den jeweils vorausgehenden um 90 Grad gedreht.

Vorgaben von Roche waren unter anderem einfachere Kommunikationswege, die Möglichkeit zur flexiblen Nutzung der Räume und die Einbindung des Turms ins Stadtbild. Man habe sich für eine kreisförmige Lösung entschieden, weil sie im Stadtbild viel leichter wirke, erläuterte Architekt Pierre de Meuron. Auf die Frage, ob die Form nicht zu extravagant sei, erklärte Baltisberger, sie verkörpere die «stilvolle Zurückhaltung von Roche» mit seiner schon bisher hochstehenden Industriearchitektur. Es habe nie die Idee bestanden, das höchste Gebäude der Schweiz zu bauen; dies habe sich vielmehr aus den Anforderungen ergeben.

Bekenntnis zum Standort
Eine Investition in dieser Höhe sei zudem ein «klares Bekenntnis zum Standort Basel», von dessen Wettbewerbsfähigkeit Roche überzeugt sei. Im nördlichen Teil des Areals sollen Herzog & de Meuron bis 2010 auch das 250 Millionen Franken teure neue Forschungs- und Entwicklungsgebäude bauen, das einen bestehenden Bau ersetzen soll.

Turm und Forschungsbau sind Teil eines Konzepts zur Arealentwicklung, mit dem Roche auf mehr Platzbedarf, das Alter heutiger Gebäude und neue Anforderungen an deren Anpassungsfähigkeit reagieren will. Weil das Areal durch Wohngebiete und den Rhein begrenzt ist, soll die Nutzung verdichtet und mehr in die Höhe gebaut werden.

Das Planungskonzept sieht eine Neuordnung auf dem Areal vor: Konzern- und globale Funktionen sollen zum Rhein hin, Forschung und Produktion dagegen im nördlichen Teil angesiedelt werden. Dank des Wegfalls bisheriger Laborbauten am Rhein optisch verlängert werden soll dabei auch der Solitude-Park zwischen dem Tinguely-Museum und Roche.

Für den Büroturm sowie das Areal beim Forschungsgebäude sind Bebauungspläne nötig. Laut dem baselstädtischen Kantonsbaumeister Fritz Schumacher könnte der Grosse Rat darüber in der zweiten Hälfte 2007 entscheiden. Die Basler Regierung hat in einer Mitteilung die Ausbaupläne von Roche «mit Freude» zur Kenntnis genommen.

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