Schweiz

Gegen Embryonen-Adoption

19. September 2006, 09:04

Embryonen sollen in der Schweiz nicht zur Adoption freigegeben werden können. Der Nationalrat ist auf eine parlamentarische Initiative von Oskar Freysinger (SVP/VS) mit 139 zu 35 Stimmen nicht eingetreten.

Ein Embryo drei Tage nach der Befruchtung.
Ein Embryo drei Tage nach der Befruchtung.
Die Initiative hatte verlangt, dass analog zur Adoption eines geborenen Kindes auch Embryonen adoptiert werden können, die von den biologischen Eltern nach der In-vitro-Fertilisation nicht mehr gebraucht werden.

Kommissionssprecherin Chiara Simoneschi-Cortesi (CVP/TI) wies darauf hin, dass mit der Annahme der Initiative die Verfassung geändert werden müsste. Diese verbietet die Embryonenspende. Eine Adoption von Embryonen würde zudem viele Fragen aufwerfen und neue Probleme schaffen. Unter anderem könnte sie den Weg für weitergehende Forderungen nach Eispende und Leihmutterschaft ebnen. Mit der Embryonenspende gebe es keine Gewissheit mehr, wer die Mutter des Kindes sei. Die Trennung von genetischer, biologischer und sozialer Elternschaft sei mit dem Kindeswohl nicht vereinbar.

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