Schweiz

Zu wenig Wissen über Gesundheit

25. September 2006, 16:11

Bei Entscheidungen betreffend der eigenen Gesundheit möchten viele Schweizerinnen und Schweizer mitbestimmen. Wirds konkret, z.B. bei einem Arztbesuch, fehlts oft am Wissen, so eine Studie.

Gesundheitskompetenz: Mehr Wissen, um mehr tun zu können.
Gesundheitskompetenz: Mehr Wissen, um mehr tun zu können.
Gemäss der heute vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich (ISPMZ) präsentierten Studie zum Thema Gesundheitskompetenz, wollen 85 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer bei medizinischen Entscheidungen eine aktive Rolle spielen. Nur 49 Prozent der Befragten gaben an, dies bei einem Arztbesuch auch wirklich tun zu können. Immerhin behandeln 82 Prozent kleine Beschwerden häufig selbst. 68 Prozent möchten aber noch mehr tun.
Informationsquelle Internet
In den Bereichen Krankenkasse/Hausarzt besitzen Schweizerinnen und Schweizer zwar die freie Wahl. Aber die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, sie verfüge für eine sinnvolle Wahl nicht über genügend Informationen. Als Informationsquelle wird - neben dem Hausarzt und den Medien - die Internet-Recherche immer wichtiger.

Gesundheitskompetenz beschreiben die Studienautoren als die Fähigkeit des Einzelnen, im täglichen Leben Entscheidungen für die Gesundheit zu treffen und entsprechend zu handeln. Wer über das nötige Wissen verfügt, braucht nicht wegen jeder Bagatelle zum Arzt zu gehen, kann beim Hausarzt in Sachen Behandlung besser mitreden und ist fähig, die geeignetste Krankenversicherung zu wählen.

Die Studie zeigt ebenfalls, dass für die Bürgerinnen und Bürger das Thema Prävention immer wichtiger wird. 86 Prozent geben an, sich regelmässig zu bewegen. Ebenfalls 86 Prozent achten auf gesunde Ernährung.

Wissensmangel kostet 1,5 Milliarden Franken
Die geringe Gesundheitskompetenz verursache jährliche Kosten von 1,5 Milliarden Franken und begünstige die Entwicklung einer Zwei-Klassen-Medizin, warnt das ISPMZ. Informationen zu Präventionsmöglichkeiten und Gesundheitsförderung bilden laut Studie eine Möglichkeit, die Gesundheitskompetenz zu erhöhen. Zudem müssten auch im Gesundheitssystem mehr Anreize vorhanden sein, diese Kompetenz zu verbessern.

Die Erhebung ist laut ISPMZ eine Europapremiere und repräsentativ für die Schweiz. Im Mai dieses Jahres führten die Forschenden 1250 Telefoninterviews. 650 der Teilnehmenden stammten aus der Deutschschweiz, je 300 aus der französischen Schweiz und aus dem Tessin. Während eines 30-minütigen Telefoninterviews mussten die 16- bis 65-Jährigen 150 Fragen beantworten.

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