Studierende gut auf die Uni vorbereitet

06. Oktober 2006, 15:51

Schweizer Studierende fühlen sich vom Gymnasium gut auf die Anforderungen der Universität vorbereitet. Das ergibt eine Studie der Universität Zürich. Befragt wurden Studierende aus allen Teilen der Schweiz.

Das Ergebnis sei aus Sicht der Gymnasien eindeutig positiv, sagte Arno Noger, Präsident der Konferenz der Schweizerischen Gymnasialrektorinnen und Gymnasialrektoren (KSGR) und Rektor an einer St. Galler Kantonsschule, heute vor den Medien in Bern. Die meisten Studierenden seien «zufrieden» oder «sehr zufrieden».

Die KSGR hatte zusammen mit der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) die Studie in Auftrag gegeben. Die Befragungen fanden im Wintersemester 2004/05 statt. Mit ihrer Hochschule ist die Mehrzahl der Studierenden hingegen lediglich «mittelmässig zufrieden».

Kulturschock an der Uni
«Das hängt vermutlich mit dem Kulturschock zusammen», sagte Hans Weder, CRUS-Präsident und Rektor der Universität Zürich. An der Uni werde sehr viel mehr Selbstständigkeit gefordert als am Gymnasium. In diesem Punkt müsse der Übergang von der Mittelschule an die Hochschule noch verbessert werden.

Im Allgemeinen scheine den Gymnasien der Spagat zwischen dem Vermitteln von Allgemeinwissen und Fachkenntnissen zu gelingen, bilanzierten Noger und Weder. Beide traten dafür ein, dass Gymnasiastinnen und Gymnasiasten in erster Linie eine gute Allgemeinbildung erhalten müssten.

Fehlende Fachkenntnisse sollten im ersten Studienjahr wettgemacht werden. Uni-Rektor Weder stellte allerdings klar, dass es dazu die entsprechenden finanziellen Mittel brauche. In der Umfrage beurteilten die Studierenden ihr fachliches Können am besten in ihrer Muttersprache, am schlechtesten in Physik.

Wenig Mobilität
Weiter zeigt die Studie, wie wenig der Umstand genutzt wird, dass die Schweiz ein mehrsprachiges Land ist. Es entscheiden sich nur wenige Maturandinnen und Maturanden dafür, sich an einer Universität in einer anderen Sprachregion einzuschreiben. Für die Wahl einer Uni ist die Sprache sogar wichtigster Grund.

Zweitwichtigster Grund ist der Aufbau des Studiums. Danach folgen der Ruf der Hochschule und die räumliche Nähe zum bisherigen Wohnort. Der Ruf der Hochschule wird besonders von den Studierenden der Universität St. Gallen und der ETH in Zürich oder Lausanne angeführt.

Wenig Unterschiede zu früherer Studie
Ein Vergleich mit einer ersten Studie aus dem Jahr 2002 zeigt keine grossen Unterschiede im Urteil der Studierenden über ihr Gymnasium. Positiver beurteilt wurde allerdings die Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung.

Das könnte damit zusammenhängen, dass die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten mit der neuen Maturitätsordnung von 1995 mehr Wahlmöglichkeiten haben, wie es in der Studie heisst. Die herkömmlichen Maturitätstypen sind verschwunden. Neu können verschiedene Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer kombiniert werden.

Die Studie «Übergang ins Studium II» wurde vom Kompetenzzentrum für Bildungsevaluation und Leistungsmessung der Universität Zürich durchgeführt. Bei der Befragung mitgemacht haben 7378 Studierende aus der ganzen Schweiz.

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