Neue Steuerparadiese für Firmen
04. April 2007, 14:43Im Steuerwettbewerb der Kantone haben Nidwalden und Appenzell Ausserrhoden eine neue Runde eingeläutet. Nidwalden will die Gewinnsteuer für Unternehmen auf 9 Prozent senken, Ausserrhoden doppelt nach und bietet 6 Prozent an.
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden will die Gewinnsteuern der Unternehmen auf sechs Prozent senken und so zum Steuerparadies für Firmen werden. Der Finanzdirektor stellte eine entsprechende Steuergesetzrevision vor. Ausserrhodens Bevölkerung schrumpfe seit Jahren: Deshalb sind der Stopp der Abwanderung und die Ansiedlung von neuen Firmen und Familien das Ziel aller steuerlichen Massnahmen und Wirtschaftsstrategien.Mit den Goldmillionen von der Nationalbank wollte Ausserrhoden zuerst eine degressive Besteuerung für Reiche einführen, wurde dann aber vom Bundesgericht wegen der kombinierten Vorlage zurück gepfiffen. Jetzt liegt der Fokus auf den tiefsten Unternehmenssteuern der Schweiz, Entlastung für Familien und Wohneigentümer. Zudem sollen Vermögen und Kapitalleistungen mit Vorsorgecharakter tiefer besteuert werden.
Mit einer Unternehmensgewinnsteuer (flat-tax) von sechs Prozent und einer Versteuerung der Dividenden zu 60 Prozent will der Kanton zum attraktivsten Steuerstandort für Firmen in der Schweiz werden und europaweit gemeinsam mit Irland auf den zweiten Platz hinter Zypern vorrücken. Die gesamte Steuerbelastung für Firmen -kantonale Steuer und direkte Bundessteuer - läge bei 12,5 Prozent.
Kleine, feine Nischenproduzenten
Grosskonzerne will der Ausserrhoder Finanzdirektor nicht: Er setzt lieber auf «kleine, feine, hoch spezialisierte» Unternehmen mit Nischenproduktion. Die gesamte Steuergesetzrevision kostet den Kanton und die Gemeinden rund 17 Millionen Franken, die durch Zuwanderung von mehr Steuersubstrat wieder wettgemacht werden sollen.Durch die Senkung der Unternehmenssteuern auf sechs Prozent werde die Steuer-Differenz zu den privilegierten Holding-Gesellschaften geringer, sagte Frei. Dadurch werde der Vorwurf der EU etwas entkräftet und die Diskussion versachlicht.
Auch Nidwalden will Steuern senken
Mit gezielten Massnahmen will auch Nidwalden den Anschluss an die steuergünstigsten Kantone halten, wie der Nidwaldner Regierungsrat mitteilte. Die landesweit tiefste Vermögenssteuer und eine reduzierte Besteuerung der Erträge aus beweglichen Vermögen sind die zentralen Elemente in der Vorlage an den Landrat. So sollen die einfache Vermögenssteuer für natürliche Personen von 0,35 Promille auf 0,25 Promille und die Besteuerung der übrigen Vermögenserträge um 20 Prozent gesenkt werden.Vorgesehen ist weiter eine Ermässigung der Einkommenssteuer von 50 Prozent auf 70 Prozent bei qualifizierten Beteiligungserträgen und die Reduktion der Beteiligungsquote bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer von 40 Prozent auf 20 Prozent bei Unternehmensnachfolgen.
Steuerausfälle von 14 Millionen Franken
Bei den juristischen Personen schlägt der Regierungsrat die Einführung einer festen Gewinnsteuer von neun Prozent für Kapitalgesellschaften und Genossenschaften beziehungsweise von 4,5 Prozent für Vereine, Stiftungen und übrige juristische Personen vor. Zudem soll eine feste Kapitalsteuer von einer Promille eingeführt werden.Dem Kanton und den Gemeinden entgehen laut Rechnung des Regierungsrates insgesamt rund 14 Millionen Franken an Steuern. Dies sind rund zweieinhalb Millionen mehr als in der Vernehmlassungsvorlage vorgesehen. Die Erhöhung ist in erster Linie auf die weitergehende Senkung der Vermögens- und Gewinnsteuer zurückzuführen. Der Kanton will die Gemeinden bei der Umsetzung der Steuerstrategie aber unterstützen. So übernimmt er in den Jahren 2008 bis 2010 rund 75 Prozent ihrer Steuerausfälle, was einem Betrag von sechs Millionen Franken entspricht. Es ist geplant, die Teilrevision des Steuergesetzes auf Anfang 2008 umzusetzen.





























