Borkenkäfer auf dem Vormarsch
11. Mai 2007, 10:23Begünstigt durch das warme und trockene Frühlingswetter sind die Borkenkäfer in zahlreichen Kantonen zwei bis drei Wochen früher als üblich aktiv.
Die Situation ist laut Fahrni unter Kontrolle. Die meisten Kantone hätten ihre Lehren aus dem Sturm Lothar und den darauf folgenden Jahren mit intensiverem Borkenkäferbefall gezogen. «Ob der Befall stärker als in den vorangegangenen Jahren sein wird, hängt vom weiteren Verlauf der Witterung ab», sagte Otmar Wüest von der Konferenz der Kantonsförster.
Diese Meinung teilt der Insektenspezialist Beat Wermelinger von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Im warmen April hätten sich die Larven der ersten Käfergeneration schneller entwickelt, so dass diese bei anhaltend milden Temperaturen auch früher als Borkenkäfer ausschwärmen könnten, sagte der Leiter der Forschungsgruppe Waldinsekten.
Hoffen auf Regen
Laut Wermelinger hängt dann die Gefahr des Borkenkäferbefalls und somit der Schäden von Zustand und Abwehrkraft der Bäume ab. «Wenn es bis im Juni trocken bleibt, kann es heikel werden», sagte er. Bei anhaltender Wärme könnten zudem drei statt der üblichen zwei Käfergenerationen heranwachsen. Zurzeit schätzt Wermelinger die Lage aber als normal ein. Auch wenn die Population der Borkenkäfer auf hohem Niveau liege, müsse 2007 nicht zwingend ein Borkenkäferjahr werden.Die Abteilung für Wald beim Bundesamt für Umwelt hat sich in den einzelnen Kantonen zur Aktivität der Borkenkäfer kundig gemacht. Nach Angaben der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Larissa Peter waren die Borkenkäfer bereits vergangenen April verbreitet aktiv; etwa im Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Stadt und -Landschaft, Freiburg, Glarus, Graubünden und im Wallis.
Borkenkäfer bereits im Kanton Luzern
Im Kanton Luzern seien die ersten Fichten Ende April vom Borkenkäfer befallen worden, meldete die Staatskanzlei Luzern. Üblicherweise befalle der Buchdrucker als bekannteste Borkenkäferart geschwächte Bäume ab Mitte Mai. Die Behörde rief Waldeigentümer zu regelmässigen Kontrollen und bei frischem Befall zu rascher Verarbeitung des Käferholzes auf. Falls die warme und trockene Witterung anhalte, drohten grössere Waldschäden.Schweiz
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