Zu viel Druck auf die Umwelt

01. Juni 2007, 11:00

Der Zustand der Umwelt verbessert sich trotz Bemühungen nicht. Die Lebens- und Konsumgewohnheiten machen die Fortschritte zunichte. Dies zeigt der Bericht «Umwelt Schweiz 2007».

Da, wo heute ein See ist, war vor wenigen Jahren noch die Zunge des Berner Oberländer Triftgletschers.
Da, wo heute ein See ist, war vor wenigen Jahren noch die Zunge des Berner Oberländer Triftgletschers.
Im Vorfeld des internationalen Tages der Umwelt vom 5. Juni präsentierten die Bundesämter für Statistik und Umwelt eine Aktualisierung ihres letzten Bericht von 2002. Fazit: «Der Mensch macht zu viel Druck auf die Umwelt.»

Gute Resultate hat die Umweltpolitik im Kampf gegen die Verschmutzung von Luft, Wasser und Böden, beim Schutz der Ozonschicht sowie bei der Abfallbewirtschaftung erzielt. Das Wissen um Naturgefahren und Störfallrisiken in der Gesellschaft wächst.

Dank technologischen Fortschritten und der Weiterentwicklung der Schweizer Industrie haben sich die Treibhausgasemissionen in der Wirtschaft seit 1990 und im Verkehr seit 2000 stabilisiert.

Chronische Belastung der Menschen
Die Treibhausgasemissionen - der Hauptgrund für die Klimaveränderungen - sind aber immer noch zu hoch. Zwischen 1970 und 2005 ist die Durchschnittstemperatur in der Schweiz um 1,5 Grad Celsius gestiegen. Die Schweizer Bevölkerung ist einer chronischen Belastung durch Ozon und Feinstaub ausgesetzt.

Der Verlust an Biodiversität ist ungebremst. 30 bis 60 Prozent der 50'000 einheimischen Pflanzen- und Tierarten sind heute mehr oder weniger akut gefährdet. Die Zerstückelung der Landschaft, die Zerschneidung von Ökosystemen und die Fragmentierung der Lebensräume setzen sich fort.

Gesundheitsrisiken
Gletscherschwund, Auftauen des Permafrosts und Veränderungen des Niederschlagsregimes rufen nach einer CO2-Reduktion und Strategien zur Anpassung an den Klimawandel. Heisst es in dem Bericht.

Luftverunreinigungen, Lärm, Chemikalien, extreme Wetterverhältnisse sowie Strahlungen stellen Gesundheitsrisiken dar. Unbestrittene Erkenntnisse liegen bezüglich Luftverschmutzung vor. Durch die Verringerung von Ozon und Feinstaub muss deshalb die Luftqualität weiter verbessert werden.

14 Tonnen Ressourcen pro Einwohner
In den kommenden Jahren gilt es nach Ansicht der beiden Bundesämter, die Umweltfragen besser in andere Politikbereiche wie Verkehr und Landwirtschaft zu integrieren.

Als grösste Herausforderung bezeichnen BFS und BAFU die nachhaltige Nutzung der knappen natürlichen Ressourcen. Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 100 Millionen Tonnen Materialien verbraucht. Das sind 14 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner. Nur ein Viertel dieser Materialien ist erneuerbar. Der Bericht fordert deshalb die Ausarbeitung einer kohärenten Ressourcenpolitik.

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