Schweiz

Streit um Gensequenzen

10. Juni 2007, 15:35

Patente wurden einst nur für leblose Materie erteilt. Das ist heute anders. Patente auf biotechnologische Erfindungen sind zum einträglichen Geschäft geworden.

Das Patentgesetz regelt den Schutz biotechnologischer Erfindungen und gleicht dieses den EU-Regeln an. Strittig ist die Patentierbarkeit von Gensequenzen, allgemein mit «Stoffschutz» bezeichnet. Hierbei gilt der Erfinderschutz nicht nur für eine Funktion einer Gensequenz, sondern auch für alle weiteren. Forscher befürchten, dass der Patentinhaber überbelohnt wird und mit dem Recht auf Schutz des gesamten Gens forschungsbehindernde Monopole bilden kann.

Das zeigt etwa der Fall der amerikanischen Firma Myriad. Myriad-Forscher hatten herausgefunden, dass ein Gen den Hinweis liefert, ob die Trägerin des Gens ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko hat. Darauf liess Myriad das Gen patentieren  und sicherte sich das weltweite Monopol auf Brustkrebs-Tests. Laut Angaben von SP-Ständerätin und Konsumentenschutz-Präsidentin Sommaruga sind seither die Test-Preise um das Zehnfache gestiegen.

Die Minderheit im Ständerat will verhindern, dass sich solches wiederholt. Die vorberatende Kommission ist allerdings in allen Punkten dem Nationalrat gefolgt. Sie hat die Vorlage mit 7 Ja und 5 Enthaltungen gutgeheissen.

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