Befreiter Geier tot
11. Juni 2007, 14:01Einer der beiden Geier, die von radikalen Tierschützern aus dem Zoo in Magliaso freigelassen wurden, ist tot. Das Tier stürzte am Samstag von einem Ast zu Tode, nachdem es vorher betäubt worden war.
Edith Fehr, die Besitzerin des Zoos, bestätigte Berichte der Tessiner Presse. Wildhüter hatten den Geier am Samstag in Pura in der Nähe von Magliaso auf einem Baum gefunden. Sie entschlossen sich, das Tier zu betäuben. Ein Windstoss liess den Vogel aber vom Ast herunterstürzen. Das Tier starb dabei.Laut Fehr befindet sich auch der zweite entflohene Geier in der Nähe von Magliaso. Es sei aber schwierig, diesen wieder einzufangen. Auch die entflohene Königseule sei mehrmals gesehen worden, ohne dass man sie habe einfangen können. Der Vogel werde von Raben bedroht, könne sich aber ernähren.
Nicht alle Tiere «überleben» Freiheit
Am Donnerstag hatten Polizeibeamte ein Luchsweibchen erlegt, das ebenfalls freigelassen worden war. Die Beamten begründeten den Schritt damit, dass das Tier nicht habe eingefangen werden können.Hinter der Befreiungsaktion steckt die «Animal Liberation Front» (ALF). Sie hatte ihr Vorgehen damit begründet, dass alle Tiere das Recht hätten, in Freiheit zu leben und nicht lebenslänglich hinter Gittern vegetieren zu müssen.
Insgesamt liessen die radikalen Tierschützer neun Tiere frei: zwei Luchse, vier Waschbären, zwei Geier und eine Königseule. Ein Luchs wurde noch auf dem Gelände des Zoos wieder eingefangen. Drei Waschbären konnten ebenfalls wieder eingefangen werden.
Der Einbruch in den Zoo von Magliaso ist die zweite Aktion, welche die ALF in diesem Jahr im Tessin durchgeführt hat. Im Februar waren im Raum Bellinzona drei Brandanschläge auf Lieferwagen von Metzgereien verübt worden, zu denen sich die ALF bekannte.
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