Keckeis denkt an Einsatz im Sudan
16. Juni 2007, 08:11Der abtretende Armeechef Christophe Keckeis schlägt vor, dass sich die Schweizer Armee im Rahmen eines Uno-Mandats an einer Friedensoperation im Südsudan beteiligt.
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Der Armeechef geht davon aus, dass man zunächst ein Kontingent von 20 bis 40 Mann in den Südsudan entsenden und den Bestand dann auf 200 Armeeangehörige aufstocken sollte. Im Sudan wurde vor zwei Jahren auf Druck der USA ein Friedensabkommen zwischen Rebellen und der Zentralregierung in Khartum ausgehandelt.%perl>
Südsudan eine labile Region im Wiederaufbau
Der 2005 geschlossene Frieden wird von 10000 Uno-Soldaten überwacht. Auch die Schweiz stellt militärische Experten zur Verfügung. 21 Jahre, 2 Millionen Todesopfer, 4 Millionen Vertriebene: Der südsudanesische Bürgerkrieg war Afrikas längster und einer seiner verlustreichsten Kriege. Der christlich-animistische Süden hatte sich gegen die Vernachlässigung durch die arabisch-islamisch dominierte Zentralregierung in Khartum aufgelehnt. Und insbesondere eine gerechtere Beteiligung an den Erdöleinnahmen verlangt.
Auf internationalen Druck hin kam im Januar 2005 zwischen der Regierung und den Rebellen der Sudan Peoples Liberation Army ein umfassendes Friedensabkommen zu Stande, das von 10'000 Uno-Friedenssoldaten überwacht wird. Die internationalen Geber beteiligen sich massiv am Wiederaufbau, in Juba, der neuen Hauptstadt am Nil, ist eine Armada von Hilfsorganisationen und Beratern stationiert. Auch die Schweiz, die sich über Jahre für den Frieden im Sudan engagiert hatte, leistet Finanzhilfe und stellt der Uno-Mission zivile und militärische Experten zur Verfügung.
Bisher hält der Frieden. Doch es gibt interne Konflikte, die zuletzt im Dezember 2006 rund um die Stadt Malakal zu heftigen Kämpfen und zahlreichen Toten geführt haben. Ihre Gründe sind schwer durchschaubar: Rivalitäten zwischen noch nicht entwaffneten Rebellensplittergruppen, Unmutsbezeugungen schlecht besoldeter Soldaten der neuen Regierung oder von Khartum an¬gezettelte Destabilisierungsmanöver.
Mit Sorge wird zudem das auf 2011 anberaumte Referendum erwartet. Dann nämlich dürfte sich der zurzeit halb autonome Süden zur völkerrechtlichen Unabhängigkeit von der Zentralregierung entschliessen. Und es wird bezweifelt, ob Khartum den ölreichen «New Sudan » tatsächlich ziehen lässt. (cda)
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