Schweiz

Luchs-Umzug nach St. Gallen

22. Juni 2007, 10:51

Die beiden Luchse, die Ende April im Hinterthurgau freigelassen worden waren, sind in den Kanton St. Gallen gewandert. Wero und Noia sollen helfen, die seit 2001 wieder angesiedelte Luchspopulation in der Nordostschweiz zu stützen.

Rehe bevorzugt: ein Luchs in freier Wildbahn.
Rehe bevorzugt: ein Luchs in freier Wildbahn.
Die beiden Luchse seien wohlauf, heisst es in einer Mitteilung der Kantone St. Gallen, Thurgau und Zürich. Das Männchen Wero und das Weibchen Noia sind mit GPS-Sendern ausgerüstet. Sie werden von den Verantwortlichen des Projekts mit dem Namen Luno, das für «Luchsumsiedlung Nordostschweiz» steht, laufend überwacht.

Wero machte nach seiner Freilassung einen Abstecher in den Kanton Zürich. Danach wanderte er ins untere Toggenburg, wo er sich seither aufhält. Noia überquerte die Thur nach Osten. Das Luchsweibchen streifte zuletzt zwischen der Stadt St. Gallen und dem Kanton Appenzell Ausserrhoden durch die Wälder.

Gute Kooperation mit den Jägern
Das Verhalten der beiden Luchse ist den Angaben zufolge völlig normal. Sie ernähren sich fast ausschliesslich von Rehen. Schon kurz nach der Freilassung konnten die ersten Risse nachgewiesen werden. Die Zusammenarbeit mit den Jägern funkioniere gut, heisst es. Die Jagdgesellschaften werden laufend über die Luchse orientiert.

Die Verantwortlichen des Projekts Luno gehen davon aus, dass Wero und Noia auf der Suche nach einem festen Wohngebiet sind und noch weiter wandern werden. Laut Guido Ackermann, Leiter des Amts für Fischerei und Jagd des Kantons St. Gallen, umfasst die Luchspopulation in der Nordostschweiz derzeit insgesamt acht bis zehn Tiere.

Weitere Tiere im Winter aussetzen
Das Programm Luno war 2001 mit der Umsiedlung von neun Luchsen aus der West- in die Ostschweiz gestartet worden. Im Lauf der Jahre gab es wiederholt Nachwuchs. Einzelne Tiere verschwanden oder starben. Ein genauer Überblick über die Zahl der Luchse ist laut Ackermann deshalb nicht mehr möglich.

Das Überleben der Population steht nach Ansicht der Wildtierbiologen auf wackligen Füssen. Es ist deshalb geplant, im kommenden Winter zwei weitere Luchse in die Ostschweiz umzusiedeln. Das Projekt Luno wird von den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Zürich, den beiden Appenzell und dem Bund getragen.

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