Handy-Strahlung bereitet Kopfzerbrechen
26. Juni 2007, 14:30Der Einfluss der Handy-Strahlung auf die Gesundheit ist laut einer neuen Literaturstudie weiterhin ungewiss. Die Sichtung von 150 wissenschaftlichen Berichten brachte keine Klärung.
Laut dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat die Auswertung der Strahlenstudien keine neuen, «gesicherten» gesundheitlichen Auswirkungen ergeben. Es sei aber «wahrscheinlich», dass die von den Mobiltelefonen ausgehende Strahlung eine Veränderung der Hirnströme und der Schlafphasen bewirken könne. Ebenfalls «wahrscheinlich» sei, dass unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Unbehagen und Brennen auf der Haut mit stärkerem Mobiltelefongebrauch in Verbindung stünden. Ob diese jedoch direkt auf die HF-Strahlung zurückzuführen seien oder auf andere Faktoren wie etwa erhöhten Stress sei unklar.
«Möglich», «wahrscheinlich», «ungewiss»
Schlafstörungen und Leukämie im Umfeld von stark sendenden Rundfunksendern werden gemäss Auswertung als «mögliche» Effekte der Strahlung eingestuft. Auch ein erhöhtes Risiko für Hirntumore bei intensiver und langjähriger Mobiltelefonbenutzung wird als «möglich» erachtet. «Möglich» bedeutet hier, dass eventuell ein Zusammenhang mit der HF-Strahlung besteht, dieser aber nicht gesichert ist. Als «unwahrscheinlich» werden hingegen eine erhöhte Sterblichkeit oder die Entstehung von Speicheldrüsentumoren durch Handy-Gebrauch eingeschätzt.Auf Grund der spärlichen Datenlage kann laut Erhebung eine allfällige Verbindung der HF-Strahlung mit vielen anderen Krankheiten nicht beurteilt werden. Dies gilt etwa für Brustkrebs, Fehlgeburten, Fertilität, Immun- und Hormonsystem, Herz- und Kreislauffunktionen sowie das psychische Befinden. Experimente am Menschen und Zellen belegten zwar unmittelbare Auswirkungen. Allerdings sei ungewiss, ob diese ein Gesundheitsrisiko darstellten.
Die Erhebung zeige, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Einfluss der HF-Strahlung auf die Gesundheit nach wie vor lückenhaft seien, hält das Bafu fest. Es gebe jedoch «keinen wissenschaftlichen Grund», die heute geltenden Grenzwerte zu ändern. Das Bafu verweist auf das seit Anfang Jahr laufende vierjährige Nationale Forschungsprogramm mit elf Projekten zum Themenkreis «Nichtionisierende Strahlung (NIS), Umwelt und Gesundheit».
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