Brandbombe am Antifa-Festival

05. August 2007, 20:41

Am zweiten Antifa-Festival in der Berner Reitschule konnte am Samstag knapp verhindert werden, dass ein Rucksack mit einem Zeitzünder hochging.

Die verkohlten und geschmolzenen Reste des Rucksacks.
Die verkohlten und geschmolzenen Reste des Rucksacks.
In der Halle befanden sich rund 1500 Konzertbesucher, als nach 22 Uhr ein Mitglied des Festivalteams den Rucksack bemerkte, der jemand neben dem Mischpult deponiert hatte.

Der Sicherheitsdienst brachte das herrenlose Gepäckstück durch den Notausgang ins Freie und entdeckte darin drei Kunststoffflaschen mit brennbarer Flüssigkeit sowie einen Zeitzünder. «Wenige Minuten später entzündete sich der Rucksack. Es schossen meterhohe Stichflammen hoch», sagt einer der Tontechniker, dem der nach Benzin stinkende Rucksack zuvor ebenfalls aufgefallen war.

Verletzt wurde niemand. «Das Ausmass dieses Attentates wäre verheerend gewesen, wäre die Brandbombe im Innern der Halle detoniert», betont das Festivalteam in einem Communiqué. Die Halle wurde vor Mitternacht geräumt und die Konzertreihe abgesagt. Die Berner Stadtpolizei ermittelt, zieht aber vorerst keine Schlüsse betreffend einer allfälligen Täterschaft.

Vermutungen äussern jedoch die Festival-Organisatoren. Der Vorfall sei «der zweite versuchte Mordanschlag» dieser Woche in der Schweiz. Wie am 1. August auf dem Rütli seien «willkürlich Tote in Kauf genommen» worden. «Es gibt offenbar in der Schweiz militante Nazistrukturen, die über die Fähigkeiten und die Logistik zur Durchführung von Anschlägen dieser Qualität verfügen», schreiben die Festival-Verantwortlichen.

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