Lage spitzt sich nach massiven Regenfällen zu
08. August 2007, 23:39Die intensiven Niederschläge haben in Teilen der Schweiz zu einer prekären Lage geführt. Die Berner Oberländer Orte Lauterbrunnen und Grindelwald sind von der Umwelt abgeschnitten.
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Bahnpassagiere gestrandet
Rund 100 Bahnpassagiere strandeten wegen der Strassen- und Bahnsperrung in der Region Interlaken, die meisten davon Touristen. Sie können in Zivilschutzanlagen übernachten.Die linke Brienzerseestrasse A8 zwischen Interlaken und Brienz und die Hauptstrasse Gunten-Merligen mussten wegen Erdrutschen ebenfalls gesperrt werden. Allein bei der Polizei-Einsatzzentrale in Thun gingen am Abend weit über 100 Meldungen über Wassereinbrüche in Liegenschaften ein, wie die Kantonspolizei mitteilte.
Auch überflutete Strassen und über die Ufer getretene Bäche wurden gemeldet. Es wurden Dutzende von Feuerwehren aufgeboten.
Hochwasseralarm in Bern
Kritisch wird langsam auch die Hochwassersituation verschiedener Gewässer. Für das an der Aare gelegene Mattequartier in der Stadt Bern wurde am Abend eine Hochwasserwarnung ausgegeben. Die Bewohner seien informiert worden, dass Grundwassereinbrüche in Keller und Garagen möglich seien, sagte Urs Gugger, Mediensprecher der Stadtberner Feuerwehr, auf Anfrage.Etwas später wurden die Anwohner aufgefordert, ihre Keller zu räumen und Fahrzeuge aus den gefährdeten Gebieten zu entfernen. An vereinzelten Stellen trat die Aare bereits über die Ufer und überflutete Fusswege, wie Anwohner berichteten.
Seetalplatz in Emmenbrücke gesperrt
Im Kanton Luzern ist die Hochwassergefahr entlang der Kleinen Emme weiter gestiegen. Der Seetalplatz in Emmenbrücke musste am späten Abend aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, wie Simon Kopp, Sprecher der Kantonspolizei, sagte.Kurz zuvor hatten die Behörden für Emmenbrücke, Reussbühl und Littau Hochwasseralarm gegeben. Der Seetalplatz war beim Hochwasser vor zwei Jahren unter Wasser gesetzt worden.
Im Kanton Schwyz stehen die Feuerwehren im Grosseinsatz. Erneut wurden zahlreiche Strassen und Keller überflutet. Mehrere Bäche traten über die Ufer, wie die Kantonspolizei mitteilte.
Auch Kanton Aargau betroffen
Die starken Regenfälle haben auch im Kanton Aargau akute Hochwassergefahr ausgelöst. Der kantonale Führungsstab ist im Einsatz und verfolgt die Entwicklung der Niederschlags- und Abflusssituation in Flüssen und Bächen.Laut den Prognosen sind ähnliche Auswirkungen wie beim Hochwasser im August 2005 zu erwarten, wie der kantonale Führungsstab am Abend mitteilte. Besonders kritisch ist die Situation im Reusstal, wo in den nächsten sechs bis zehn Stunden Überflutungen nicht ausgeschlossen werden können.
Feuerwehrleute im Dauereinsatz
Im Baselbiet standen sämtliche Feuerwehren des Kantons im Einsatz. Innert kürzester Zeit waren mehr als 250 Meldungen über Wassereinbrüche gemeldet worden.Im Kanton Freiburg standen rund 800 Feuerwehrleute aus über 50 Gemeinden im Einsatz. Die zehn bis 15 Bewohner des Gotteron-Tals mussten evakuiert werden. Die Autobahn A12 stand an zwei Stellen unter Wasser.
Auch im Urnerland kam es zu Überschwemmungen. In Giswil im Kanton Obwalden mussten 23 Behinderte aus einem Zeltlage evakuiert werden. Auch in Alpnach gab es vereinzelte Evakuierungen.
Im Kanton St. Gallen standen 40 Feuerwehrkorps im Einsatz. Entlang der Sitter und der Thur wurde Hochwasseralarm ausgelöst.
Überschwemmungen und Erdrutsche wurden auch aus dem Waadtland gemeldet. Die Walliser Kantonspolizei meldete rund 40 Feuerwehreinsätze. In Monthey wurde die Bevölkerung entlang des Flusses Vieze auf eine Evakuation vorbereitet.
Noch mehr Regen vorhergesagt
Ein Ende der Niederschläge ist noch nicht abzusehen. MeteoSchweiz prognostiziert bis Freitag weitere ausgiebige Regenfälle. Von Dienstag- bis Mittwochmorgen fielen in weiten Teilen der Schweiz 25 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter, wie MeteoSchweiz mitteilte. Im Mittelland und in Teilen des Jurabogens waren es gar 40 bis 80 Liter. Etwas weniger regnete es in der Romandie mit 20 bis 30 Litern.Entspannen wird sich die Lage jedoch nicht so schnell: Bis morgen Abend rechnet MeteoSchweiz mit weiteren 60 bis 90 Litern Regen pro Quadratmeter. Am Alpennordhang und im Wallis sollen es sogar 70 bis 120 Liter werden. Kritisch wird langsam auch die Hochwassersituation verschiedener Gewässer.
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