Schweiz

Porta Alpina scheitert an zu hohen Risiken

13. September 2007, 22:17 – Von Thomas Bolli

Bund und SBB haben die Porta Alpina nie wirklich gewollt. Nun verabschiedet sich auch die Bündner Regierung von dem ausgefallen-visionären Projekt.

Mit den langen Röhren im oberen Rheintal wird vorerst nichts.
Keystone Mit den langen Röhren im oberen Rheintal wird vorerst nichts.

Die Porta Alpina wäre eine weltweit einmalige Metro-Station mit einem eindrücklichen 800 Meter tiefen Liftschacht geworden. Die technischen, betrieblichen und die finanziellen Risiken seien aber ohne die gesicherte Beteiligung des Bundes sowie klarer Zusagen der SBB nicht verkraftbar, erklärte heute der Bündner Regierungsrat Stefan Engler. Deshalb sehe sich der Kanton gezwungen, auf den Bau der Porta Alpina zu verzichten. Mit ihr hätte die Region Surselva direkt an die Nord-Südachse und an den Gotthard-Basistunnel angeschlossen werden können. Die Gesamtkosten waren auf 50 Millionen Franken veranschlagt.

Leuenberger bedauert

Somit ist klar: Erst die nächste oder übernächste Generation dürfte einen neuen Anlauf zur Realisierung der Haltestelle im Innern des Gotthardmassivs nehmen. Falls überhaupt. Tief unter Sedrun aber sind bereits vier Kavernen ausgebrochen worden, in denen die Wartehallen für 1000 Personen eingerichtet werden könnten. Sie wurden von der AlpTransit Gotthard AG erstellt, wie das von ihr verlangt worden ist. Die eine Hälfte der Kosten von 15,8 Millionen Franken hat der Bund übernommen, die andere Hälfte der Kanton Graubünden, die Region Surselva sowie die Standortgemeinde Tujetsch. Die vier Kavernen sind nicht Teil des Sicherheits- und Rettungskonzepts, das für den 56 Kilometer langen Basistunnel erarbeitet worden ist. SBB und AlpTransit Gotthard haben wiederholt betont, eine Haltestelle inmitten des Tunnels würde den Betrieb behindern.

Verkehrsminister Moritz Leuenberger bedauert das vorläufige Aus für die Porta Alpina. Er hoffe aber, sagte er, dass dies nicht das endgültige Ende des innovativen Projekts sei und nach der Inbetriebnahme des neuen Eisenbahntunnels durch den Gotthard ein Weg gefunden werde, um die kühne Vision umzusetzen.

Den Ausschlag, dass die Promotoren jetzt auf die Porta verzichten, hatte der Bundesrat im Mai dieses Jahres gegeben. Er entschied damals, erst 2012 über den Finanzierungsbeitrag an die Hauptinvestition zu entscheiden. Zu vieles sei noch unklar, man wolle die Inbetriebnahme des Basistunnels abwarten. Dieses Abwarten aber hätte die Eröffnung der Porta Alpina weit hinausgezögert und stark verteuert. Bereits bewilligt hat das Bündner Stimmvolk einen Kredit von 20 Millionen Franken an den Bau der Porta Alpina. Er war aber an die finanzielle Beteiligung des Bundes geknüpft.

Die Porta Alpina wäre ein wichtiges Element gewesen auch im Projekt «Region San Gottardo» der vier Kantone Uri, Tessin, Graubünden und Wallis. Mit diesem Projekt soll der Raum Gotthard als Ganzes wirtschaftlich und touristisch weiter entwickelt werden. Die Vertreter der Kantone haben wiederholt betont, dass sie diese Zusammenarbeit verstärken wollen, unabhängig vom Entscheid, ob die Porta Alpina gebaut werde oder nicht.

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