Schüler demonstrieren gegen Regierung
06. November 2007, 19:35 Von Thomas BolliNach dem Hochwasser und dem Versicherungsstreit muss sich Obwaldens Regierung nun gegen streikende Schüler wehren.
Der Kanton Obwalden hat kein Glück mit seiner Kantonsschule. Das Hochwasser im Sommer 2005 beschädigte die Schulgebäude und die Dreifachturnhalle in Sarnen massiv. Und erst Ende August 2007 konnten sich der Kanton und die Versicherungsgesellschaft einigen, wie hoch der Schaden ausgefallen ist – eine neutrale Fachperson musste vermittelnd eingreifen. Die Turnhalle sowie einige Schulräume konnten seit 2005 nicht mehr benutzt werden.
Ausschlag gebend waren Finanzen
Ende Oktober erklärte die Regierung, dass sie die Gebäude sanieren will. Zur Diskussion gestanden hat auch die Variante, die ganze Schule neu zu bauen. Den Ausschlag für die Variante Sanierung gaben, so die Regierung, die Finanzen. Das kam zuerst bei der Lehrerschaft schlecht an. Ausser dem Geld seien keine anderen Kriterien berücksichtigt worden, die Anliegen und Wünsche der Lehrenden habe man einfach übergangen, hiess es. Leute aus dem Umfeld der Schule erklärten, der Kantone wolle mit tiefen Steuern und der Flat Rate Tax die Leute nach Obwalden locken, er biete aber nichts als Gegenleistung. In die Steuerstrategie investiert der Kanton 12 Millionen Franken, ein Neubau hätte sieben Millionen mehr gekostet als die Sanierung.
Schüler fordern Neubau
Am Dienstag nun streikten die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule. Rund 400 zogen am Morgen in einem Demonstrationszug vors Rathaus in Sarnen und übergaben dem Regierungsrat ihre Forderung, auf seinen Entscheid zurückzukommen. Sie untermalten das Ganze mit Slogans wie: «Nicht nur eine Flate Rat, sondern auch eine Fat School», «Gebet an den Nikolaus: Lieber Santi, wir wollen eine neue Kanti», «12 Millionen Steuerausfall auf Kosten der Bildung – was ist das für eine Politik?» «Neue Steuerzahler - alte Infrastruktur. Das darf nicht die Politik unseres Kantons sein.»
Der Obwaldner Bildungsdirektor Hans Hofer sagt, die Informationen aus seinem Departement seien möglicherweise nicht optimal gewesen. Er habe den Eindruck, dass die Schülerinnen und Schüler nicht begriffen haben, worum es bei der Sanierung genau gehe. Die entsprechende Vorlage kommt morgen Donnerstag ins Kantonsparlament.




























