Ruhe nach dem Sturm in Luzern
15. Dezember 2007, 22:50Zwei Wochen nach der Demonstration sind in Luzern erneut mehrere hundert Personen für die Alternativkultur und mehr Freiräume auf die Strasse gegangen. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle.
Die Aktion Freiraum hatte am 1. Dezember zu einer Demonstration aufgerufen. Weil an diesem Wochenende die Auslosung zur Euro 2008 in Luzern stattfand, fürchtete die Stadt um ihr Image. Sie kündigte an, eine allfällige Demonstration aufzulösen und Teilnehmende zu verhaften. Was sie dann auch tat.
245 Personen wurden verhaftet und in der ehemaligen Zivilschutzanlage im Sonnenbergtunnel festgehalten. Wegen der Massenverhaftung und den Zuständen in dem improvisierten Gefängnis gab es heftige Kritik an der städtischen Sicherheitsdirektorin Ursula Stämmer und der Polizei.
Für die Demonstration vom 15. Dezember reichte die Aktion Freiraum ein Gesuch ein und erhielt die Bewilligung – obwohl die Stadt den Termin in der Adventszeit als ungeeignet erachtete. Mehrere hundert Personen versammelten sich am Samstag um 20 Uhr vor dem Luzerner Theater.
Mit Polizeieskorte durch die weihnächtliche Stadt
Bei eisiger Kälte und eskortiert von der Polizei zogen die Demonstranten durch die weihnächtlich beleuchtete Stadt: Über die (gesperrte) Seebrücke und den Schweizerhofquai, durch Alt- und Neustadt zur Zentral- und Hochschulbibliothek. Auf ihrem Abendspazierung schoben sie vor einem Haus, das kürzlich besetzt worden war, einen Gedenkhalt ein.
Nach Ansicht der Demonstranten steht «unsere Kultur» auf der Strasse. Deshalb wolle man ein Zeichen setzen für die Alternativkultur und mehr Freiräume. Auf ihr Anliegen machten sie mit Feuerwerk, Knallpetarden und – allerdings nicht nur alternativer – Musik aufmerksam.
Die Stimmung war heiter bis ausgelassen. Auch spürte man nichts von Gewaltbereitschaft. Vorsorglich hatte man sich auch mit Getränken eingedeckt. Die Polizei hielt sich im Hintergrund. Laut der Sprecherin der Stadtpolizei, Tina Meyer, verlief die Kundgebung friedlich und ohne Zwischenfälle.





























