Der Applaus der Familie Merz
17. Dezember 2007, 08:06Silvia Blocher rechnet ab: Mit «kleinlichen Ehrgeizlingen» und «feigen Neidern», die ihren Mann Christoph zu Fall gebracht haben. Auszüge aus ihrem Beitrag im «Sonntag».
- «Als klar war, dass mein Mann nicht wiedergewählt worden war, empfand ich zu meinem eigenen Erstaunen Erleichterung. Nicht einmal der Applaus der Familie Merz in der Reihe vor mir auf der Tribüne des Bundeshauses für die Gegenkandidatin meines Mannes konnte mich verärgern.»
- «Ich war aus der Verantwortung entlassen, weg aus der misstrauischen und neidgeschwängerten Atmosphäre, nicht mehr Zielscheibe für all die kleinen Nadelstiche von verleumderischen und hämischen Heuchlern. In Zukunft war gleichgültig, ob ein SP-Beamter der Bundeskanzlei wissentlich den neuesten Mercedes von Frau Calmy-Rey am Fernsehen als das Dienstfahrzeug zeigte, mit dem ich mich angeblich herumchauffieren liesse.»
- «Mein Mann hat als überdurchschnittlicher Bundesrat mit grosser Ausstrahlung und ausserordentlichen Fähigkeiten seine Kollegen weit überragt. Seine Weitsicht und seine Klugheit lassen ihn Probleme frühzeitig erkennen, seine Weisheit und seine Verstandesschärfe helfen ihm beim Erarbeiten von Lösungen, und seine unglaubliche Energie und seine Schaffenskraft setzen die Lösungen durch. Dadurch hat er nicht nur kleinliche Ehrgeizlinge und feige Neider aufgeschreckt, er ist auch stets im Fokus kritiksüchtiger und tendenziöser Journalisten gestanden, die ihn umschwirrten wie die Motten das Licht.»
- «Die Augen über die menschlichen Abgründe sind mir bereits im vergangenen September nach dem Putschversuch der Bundesanwaltschaft und der Geschäftsprüfungskommission unter Führung von Frau Meyer-Schatz weit aufgegangen. Ich wusste, dass überall im Geheimen Pläne und Komplotte geschmiedet wurden, um eine Wiederwahl meines Mannes in den Bundesrat zu verhindern.»
- «Einzelne SVP-Parlamentarier waren angefragt worden, ob sie sich als Sprengkandidaten zur Verfügung stellen würden. Sie alle verzichteten aus Verpflichtung gegenüber dem Wählerwillen auf den trügerischen Glanz des Bundesratsamtes. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass sich letztlich ausgerechnet eine Bündnerin für diese Intrige zur Verfügung stellte.»
- «Bald regt sich in mir die Besorgnis: Wie geht es weiter? 30 Prozent der Wähler haben im Oktober ihre Stimme für die Schweizerische Volkspartei, die durch meinen Mann geprägt wurde, gegeben. Die heutigen zwei Bundesräte auf den bisherigen SVP-Plätzen gehören nicht mehr zur SVP-Fraktion. Sie haben ihren persönlichen Ehrgeiz höher gewichtet als die Aufgabe der Partei.»





























