Psychiatrische Krankheiten kosten 15 Milliarden

14. Januar 2008, 10:47

Psychiatrisch-neurologische Erkrankungen kosten in der Schweiz jedes Jahr 15 Milliarden Franken oder über 2000 Franken pro Einwohnerin und Einwohner.

Damit belasten sie belasten das Gesundheitswesen mit 16 Prozent der Gesamtkosten, wie Forscher der Universität Zürich in einer ersten umfassenden Berechnung aufzeigten.

Indirekte Folgekosten der Erkrankungen wie Arbeitsausfall und Frühpensionierung machen fast die Hälfte der Kosten aus, wie die Universität am Montag mitteilte. Die direkten Kosten für stationäre und ambulante Behandlungen betragen 30 Prozent. Die medikamentöse Therapie verursacht nur zwei Prozent der Gesamtkosten.

Kosten werden unterschätzt

Die Studie berücksichtigt laut der Mitteilung zwar alle verfügbaren Daten zu Kosten des Schweizer Gesundheitssystems und Hochrechnungen des «European Brain Counsil» auf der Basis gesamteuropäischer Daten. Dennoch werden die Kosten der psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen wahrscheinlich noch unterschätzt, wie es weiter heisst. Für einige Erkrankungen und Kostenfaktoren liegen nämlich nur unzureichende Daten vor.

Gemäss der Studie ist jährlich jeder fünfte Einwohner der Schweiz von einer neuropsychiatrischen Erkrankung betroffen. Die häufigsten psychiatrischen Erkrankungen sind Angsterkrankungen mit 710’000 Fällen, während Migräne mit 630’000 Fällen die häufigste neurologische Erkrankung ist. Trotz ihrer Häufigkeit verursachen diese Erkrankungen relativ geringe Kosten, wie es heisst.

Durchschnittlich verursachen Angsterkrankungen Kosten von 2700 Franken, bei Migräne sind es 1700 Franken. Hirntumore und Multiple Sklerose kosten dagegen mit 112’000 respektive 68’000 Franken viel, obwohl sie eher selten sind. Depressionen und bipolare Erkrankungen sind mit durchschnittlichen Kosten von 11’000 Franken respektive 17’000 Franken sowohl kostenintensiv wie auch häufig und gehören zu den teuersten psychiatrischen Erkrankungen.

Insgesamt verursachen psychiatrische Erkrankungen 78 Prozent der Gesamtkosten, neurologische und neurochirurgische Erkrankungen dagegen nur 22 Prozent.

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