Wer mehr fährt, soll mehr bezahlen

17. Januar 2008, 10:50

Die Motorfahrzeugsteuer sollte zu Gunsten einer verbrauchsabhängigen Abgabe reduziert werden. Dafür plädiert Verkehrsexperte Matthias Rapp.

«Wer Strassen oder die Bahn braucht, soll dafür anteilsmässig zahlen. Wer nicht, ist davon befreit», sagte Rapp in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung». Immer mehr europäische Länder übernähmen die von der gefahrenen Distanz abhängigen Gebühren. «Es geht nicht um die Wiedereinführung von Strassenzöllen», sagte Rapp. «Es geht um die Frage, wie weit man bereit ist, in der Schweiz die gesamte Finanzierung und Besteuerung des gesamten Verkehrs zu überdenken.»

Beispiel LSVA

Dass so genanntes Mobility Pricing politisch eine Chance haben könnte, zeige die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA). Zudem sind Änderungen bei der Motorfahrzeug-Besteuerung auch beim Bund und in den Kantonen ein Thema, allerdings mit anderem Ansatz. Der Bund erwägt, auf der Basis einer Umweltetikette umweltfreundliche Autos tiefer zu besteuern.

Die Kantone sind offen für ein Bonus-Malus-System. Sie wollen bei der Besteuerung nach ökologischen Kriterien zwar autonom bleiben, aber bei der Gestaltung der Umweltetikette mitreden. Dies wurde nach der Herbstversammlung der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren im November bekannt.

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