Friedlicher Protestmarsch in St. Gallen
19. Januar 2008, 16:56Rund 150 Personen haben am Nachmittag in St. Gallen friedlich gegen das World Economic Forum (WEF) demonstriert. Der Protestmarsch war von den Behörden bewilligt worden.
Organisiert wurde die Kundgebung vom St. Galler Anti-WEF- Bündnis, dem unter anderem die Grünen, die Jungen Grünen, die Jusos und das Solidaritätsnetz Ostschweiz angehören.
Mit Transparenten und Lautsprechern zogen die WEF-Gegner vom Bahnhofplatz durch die Gassen der Innenstadt und wieder zurück. Dutzende von Polizisten beobachteten die Demonstration. Es kam zu keinerlei Zwischenfällen. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen weniger Personen an der Anti-WEF-Demonstration in St. Gallen teil, wie Polizeisprecher Benjamin Lütolf bilanzierte.
«Für uns eine kalte Brise»
«UBS – wieder eine Wirtschaftskrise; für uns eine kalte Brise», stand auf einem Plakat. Oder: «Für eine weltweite Solidarität, Kampf dem Neoliberalismus». Mit Büchsen machten die Demonstranten Lärm. Sie wurden beobachtet von Leuten, die am Einkaufen waren.
Eine Welt, die von selbst ernannten Mächtigen zu ihren Gunsten gesteuert werde, dürfe nicht weiter toleriert werden, hiess es auch. Zudem wurde kritisiert, dass die Frauenarbeit am Weltwirtschaftsforum (WEF) auf keine Art und Weise berücksichtigt werde. Im Gegenteil akzeptierten die «Global Leaders», dass Frauen mehrheitlich zu billigen Löhnen oder gratis arbeiteten, so die Demonstranten.
Rolf Bossart vom Solidaritätsnetz Ostschweiz sagte in einer Ansprache: «Die gleichen Menschen, die Kaviar aus Russland fressen und Rotwein aus Chile saufen, sorgen dafür, dass Asylsuchende ohne Aufenthaltsbewilligung hier bei uns in Zivilschutzunterkünften schlafen müssen, die wir uns nur im atomaren Super-GAU zumuten.»
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