Für ein strengeres Waffengesetz

26. Januar 2008, 10:00

Eine Umfrage im Auftrag des Schweizer Schiesssportverbandes ergibt eine knappe Mehrheit für eine Verschärfung des Waffengesetzes in der Schweiz.

Laut der Umfrage, die von der Zürcher Regierungspräsidentin Rita Fuhrer, zugleich Präsidentin des Schweizer Schiesssportverbands (SSV), vorgestellt wurde, sprechen sich 51 Prozent für eine Verschärfung des Waffengesetzes aus, während 29 Prozent den aktuellen Stand beibehalten wollen. 20 Prozent haben demnach keine klare Meinung.

Familien häufiger für eine Verschärfung

Besonders deutlich für eine Verschärfung des Waffengesetzes plädieren laut der Umfrage die Hausfrauen (69 Prozent), gefolgt von Auszubildenden (59 Prozent). In Familien ist die Verschärfungstendenz offenbar deutlicher als in Single-Haushalten oder Wohngemeinschaften ohne Kinder.

Gegner einer Verschärfung finden sich gemäss der Befragung vor allem in Haushalten mit Schützen, Jägern oder Waffensammlern. In Haushalten mit aktiven oder ehemaligen Militärangehörigen seien 48 Prozent für eine Verschärfung. Nur 34 Prozent seien dagegen und 18 Prozent hätten noch keine klare Meinung.

Für Fähigkeitsnachweis und ein Register

Eine Verschärfung des Waffengesetzes wird beim Waffenhandel (51 Prozent) und noch eindeutiger beim Waffenbesitz für Ausländer (63 Prozent) für notwendig gehalten. Laut Fuhrer fordern die Befragen, den Bedarfnachweis zu verschärfen und einen Fähigkeitsnachweis zu verlangen (70 Prozent); für ein zentrales Waffenregister plädieren 90 Prozent.

Nicht mehr zugelassen werden sollte demnach die Abgabe von Armeewaffen zum persönlichen Besitz nach dem Austritt aus dem Militärdienst (52 Prozent), der private Waffenbesitz von Schweizer Bürgern, sofern sie nicht Armeeangehörige, Sportschützen oder Jäger seien (68 Prozent) und der private Waffenbesitz von Ausländern (76 Prozent).

Aufbewahrung von Armeewaffen als Streitfrage

Besitz und private Aufbewahrung von Dienstwaffen durch die Armeeangehörigen spalten die Befragten. 48 Prozent, so Fuhrer, sid der Auffassung, die Dienstwaffe gehöre nicht in private Haushalte. 43 Prozent fänden, die Dienstwaffe solle vom Soldaten aufbewahrt werden.

Die Umfrage ergab gemäss der SSV-Präsidentin weiter, dass Sportschützenvereine nicht stören (44 Prozent). Schiessen werde überwiegend als Sport begriffen (72 Prozent). 61 Prozent hätten zudem befunden, dass der Schiesssport Schweizer ein Kulturgut sei. Laut Fuhrer werden damit die zentralen Anliegen des SSV gestützt.

Befragung noch vor Erschiessung in Höngg

Für die Erhebung wurden 1300 Menschen zur ihrer grundsätzlichen Einstellung zur Verschärfung des Waffengesetzes befragt; rund 500 stellte man telefonisch konkrete Motiv- und Einstellungsfragen. Die Erhebung wurde laut Fuhrer allerdings in den beiden Monaten vor dem Tötungsdelikt vom Hönggerberg vom vergangenen November durchgeführt. Die Auffassungen in Kernfragen dürften sich seither eher noch zu Ungunsten eines liberalen Waffenbesitzes und damit auch des Schiesssports verändert haben.

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