Waffen für 464 Millionen ausgeführt
29. Januar 2008, 12:34Vom Schweizer Exportboom haben 2007 auch die Produzenten von Kriegsmaterial profitiert. Die Ausfuhren stiegen auf den höchsten Stand seit 19 Jahren.
Die Ausfuhren von Schweizer Kriegsmaterial nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 16,8 Prozent auf 464,5 Millionen Franken zu, wie heute den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung zu entnehmen ist. Höher waren die Waffenausfuhren letztmals im Jahre 1988 gewesen.
Die Kriegsmaterialexporte sind allerdings immer wieder deutlichen Schwankungen unterworfen, unter anderem wegen der zeitlichen Abwicklung von Grossaufträgen. Der Tiefststand in absoluten Zahlen war 1995 mit 141 Millionen Franken verzeichnet worden, der Höchststand 1987 mit 587 Millionen Franken.
Gemessen an den Gesamtausfuhren schwankten die Kriegsmaterialexporte in den letzten zwölf Jahren zwischen tiefen 0,15 und 0,28 Prozent. Deutlich höher war dieser Anteil in den 1980er-Jahren gewesen. Der Höchstwert geht auf das Jahr 1976 mit einem Anteil 1,32 Prozent zurück.
37,5 Millionen Franken für Exporte nach Pakistan
Wichtigster Abnehmer von Schweizer Kriegsmaterial war letztes Jahr Deutschland, das Güter für knapp 62 Millionen Franken bezog. Auf den nächsten Plätzen folgen Irland, Dänemark, die USA und Grossbritannien. Bereits an sechster Stelle liegt Pakistan mit 37,5 Millionen Franken. Es handelt sich um die umstrittene Lieferung von Fliegerabwehrsystemen, die der Bundesrat im Dezember 2006 bewilligt, im letzten November nach Verhängung des Ausnahmezustands in Pakistan aber sistiert hatte. Ins Nachbarland Indien, mit dem Pakistan seit Jahrzehnten verfeindet ist, wurde Kriegsmaterial für rund 2,1 Millionen Franken geliefert.
Mehr als verzehnfacht haben sich innert Jahresfrist die Exporte von Kriegsmaterial in die Vereinigten Arabischen Emirate, die einen Wert von 6,6 Millionen Franken erreichten. Wegen der geplanten Weiterlieferung von Schweizer Schützenpanzern in den Irak waren die Emirate 2006 unter einen vorübergehenden Exportbann gefallen. Noch nicht in der Statistik niedergeschlagen haben sich die vom Bundesrat bewilligten Exporte für die Lieferung von 20 Fliegerabwehrsystemen samt Munition im Umfang von 375 Millionen Franken an Saudiarabien. In das Land ging Kriegsmaterial im Wert von bloss knapp einer halben Million Franken.
Die Statistik der Zollverwaltung führt lediglich die Erstbestimmungsländer auf. Angaben über die Endabnehmer und das Volumen der bewilligten Ausfuhren wird das Staatssekretariat für Wirtschaft in einigen Wochen veröffentlichen.
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