Laufend kommen Fälle ans Licht
08. Februar 2008, 22:58
In den vergangenen Wochen wurden im Bistum Lausanne-Genf-Freiburg verschiedene Fälle von pädophilen Priestern bekannt. Es war die Publizität um diese Übergriffe, welche Maria Sterck veranlasste, sich mit ihrem eigenen Schicksal an den «Tages-Anzeiger» zu wenden. Den Stein ins Rollen brachte der Fall eines 67-jährigen Kapuzinermönchs, der unlängst gestanden hatte, in den 80er-Jahren in Lully (FR) einen damals zehnjährigen Knaben missbraucht zu haben. In Frankreich, wo er ab 1989 lebte, habe er sich zudem an seinem minderjährigen Neffen vergangen. Da er seit Herbst 2005 bei Delsberg wohnte, hatte die jurassische Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet. Diese hat aber keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe ergeben und wurde deshalb gestern eingestellt. Im Kanton Freiburg und in Frankreich sind die Untersuchungen noch im Gang.
Schlag auf Schlag wurden weitere Fälle bekannt, und der Informationsbeauftragte des Bistums meldete mehrere verdächtige Priester der Polizei. Einer von ihnen hat am letzten Sonntag Suizid begangen. Bischof Bernard Genoud bat letzte Woche die Opfer um Verzeihung. Er hat eine interdisziplinäre Kommission eingesetzt, die über Hotline, Briefe, E-Mails und Begegnungen eingehende Informationen über Fälle von eventuellem Kindsmissbrauch sammelt und der Bistumsleitung rapportiert.
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