Meyers Hausumbau war SBB zu teuer
06. April 2008, 10:07Als Andreas Meyer als Bahnchef in die Schweiz kam, wollte sich die SBB zuerst an den Umbaukosten seines neuen Hauses in Bern beteiligen. Das wurde den Bundesbahnen aber dann zu teuer.
Die SBB haben ihrem neuen Chef Andreas Meyer nicht nur beim Verkauf seines Hauses in Deutschland, sondern auch bei der Suche nach einem neuen Haus in der Schweiz unter die Arme gegriffen. Sie übernahmen Maklerkosten in der Höhe von 75'000 Franken, wie das Unternehmen gestern bekannt gab.
Gemäss der Mitteilung wollten die SBB neben den Maklerkosten in der Höhe von 75'000 Franken ursprünglich auch den Umbau des Hauses ihres neuen Chefs finanzieren. Von dieser Idee wurde aber Abstand genommen, als sich herausstellte, dass der Umbau teurer war als erwartet. Stattdessen wurde dann, wie bereits bekannt, vereinbart, dass die SBB das bisherige Wohnhaus von Meyer in der Nähe von Frankfurt übernehmen und sich um den Verkauf kümmern. Am vergangenen Mittwoch sicherte der neue SBB-Chef dem Verwaltungsrat allerdings zu, dass er einen allfälligen Verlust beim Hausverkauf persönlich übernehmen werde.
Die SBB wollten einen Artikel zu den neuen Details über die Bezüge des Bahnchefs in der Zeitung «Sonntag» mit einer superprovisorischen Verfügung verhindern, wie SBB-Sprecher Roland Binz zu einer Mitteilung von Chefredaktor Patrik Müller bestätigte. Sie seien davon ausgegangen, dass falsche Tatsachen publiziert würden, begründete er den Schritt. Der Richter habe das Begehren aber abgelehnt. Um allfälligen Fehlinformationen vorzubeugen, hätten sich die SBB deshalb mit einer Mitteilung an die Medien gewandt.
Merz: Eher ungewöhnlich
Bundesrat Hans-Rudolf Merz sagte der Zeitung «Sonntag», eine Hausübernahme, wie dies die SBB im Falle Meyers in Deutschland machten, sei eher ungewöhnlich. Es sei nicht auszuschliessen, dass sich das Finanzministerium wegen des Entschädigungspakets für Meyer bei den SBB melden werde. Meyer selber sagte dem «SonntagsBlick», der Lohn und die Leistungen der SBB seien absolut ausgewiesen und berechtigt. Der Wirbel belaste ihn aber privat.
Neben seinem Lohn von 700'000 Franken erhielt Meyer in seinem ersten Jahr im Amt einmalige Leistungen von 450'000 Franken. Dazu gehörte ein so genannter Sign-in-Bonus von 200'000 Franken, mit dem der Bonusverlust beim früheren Arbeitgeber abgegolten wurde. Mit einer ausserordentlichen, einmalige Einlage von 250'000 Franken in die Pensionskasse wurde Meyers unbefriedigende Vorsorgesituation an schweizerische Gegebenheiten angepasst.
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