Abschuss als einzige Option

15. April 2008, 10:42

Der Abschuss des Bären JJ3 steht im Einklang mit dem im Juli 2007 vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) in Kraft gesetzten Konzept Bär.

Dieses sieht eine Einstufung als «Risikobär» vor, wenn Bären trotz wiederholten Vergrämungen keine Menschenscheu zeigen oder Menschen angegriffen haben. Eine Umsiedelung kommt dabei nicht in Frage.

Das Konzept Bär war im Sommer 2005 in Angriff genommen worden, nachdem erstmals seit über 100 Jahren wieder ein Bär in der Schweiz gesichtet worden war. Im Juli 2006 wurde es in Kraft gesetzt. Das Konzept basiert auf der Überzeugung, dass ein Nebeneinander von Bär und Mensch in der Schweiz möglich ist, legt aber die Priorität in jedem Fall bei der Sicherheit der Menschen.

Drei Sorten Bären

Die Bären werden gemäss dem Bärenkonzept in drei Arten eingeteilt. Es sind dies erstens der «unauffällige Bär», der sich auch in von Menschen besiedelten Gebieten unauffällig verhält. Aggressive Reaktionen dieses Bärentyps bei einer Begegnung mit Menschen werden dabei als «natürliches Verhaltensrepertoire» bezeichnet, die sofern keine Menschen zu Schaden kommen, nicht als besonders auffällig betrachtet werden sollten.

Als so genannte «Problembären» werden Tiere bezeichnet, die zur Nahrungssuche immer häufiger die Nähe zu Menschen und Siedlungen suchen. Hier sieht das Bärenkonzept vor, dass das Bafu und der direktbetroffene Kanton bei regelmässigen materiellen Schäden ein Schadenpräventionsprogramm starten, welches den Direktbetroffenen Schutzmassnahmen anbietet. Treten die Schäden wiederholt am selben Ort, nahe von Siedlungen oder trotz Schadenverhütungsmassnahmen auf, müssen Vergrämungsaktionen in Betracht gezogen werden.

Dringt der Bär gar in Siedlungen ein, wird er eingefangen, mit einem Sender versehen und wiederholt vergrämt. Zeigen die wiederholten Vergrämungsaktionen keine Wirkung oder verletzt oder tötet der Bär einen Menschen, wird der Bär zum «Risikobär». Hier sieht das Bärenkonzept nur den Abschuss vor. Keine Option sind Umsiedelungen oder die Verbringung in ein Gehege.

Schweiz

Meistgelesen in der Rubrik Schweiz

Umfrage

Soll in der Deutschschweiz mehr Hochdeutsch gesprochen werden?

zur Story...

Ja, der nationale Zusammenhalt verlangt dies

Im Gegenteil, die Mundart sollte mehr gefördert werden

Die Balance zwischen Dialekt und Hochdeutsch ist zurzeit genau richtig


Lernpower

Die Top-Themen im

Neu: Alle Dossiers auf einen Blick

Schandflecken oder Denkmäler?

Thomas Minders Kampf gegen die Abzocker

Die Libyen-Affäre




© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten