Freispruch für «Weltwoche»-Journalist
18. April 2008, 17:37Das Gericht hat den «Weltwoche»-Journalisten Urs Paul Engeler vom Rassismusvorwurf freigesprochen. Er habe die strittigen Passagen des Rätoromanen-Texts nicht selber verfasst.
Offen bleibt deshalb weiterhin die Frage, ob die strittigen Textpassagen diskriminierend sind oder nicht. Stein des Anstosses war insbesondere der Vorspann, in dem die Rätoromanen mit Adjektiven wie erpresserisch, räuberisch und fanatisch in Verbindung gebracht werden.
Der von Engeler gezeichnete Artikel thematisierte die angebliche Subventionsjägerei der Rätoromanen. Er wurde am 14. September 2006 in der «Weltwoche» publiziert. Der Titel des Covers lautete «Jäger, Räuber, Rätoromanen. Die frechste Minderheit der Schweiz».
Nicht aus seiner Feder
Schon bei einem ersten Gerichtstermin im Dezember hatte Engeler angegeben, die Produktionsabteilung der «Weltwoche» habe die umstrittenen Passagen verfasst, und nicht er selber. Sein eigener Vorspann habe anders gelautet. Er wäre aber bereit, «für das Gesamtkunstwerk» die Verantwortung zu übernehmen.
Dies gehe nicht, befand damals der zuständige Staatsanwalt. Es müssten die tatsächlich Autoren zur Verantwortung gezogen werden. Ob es soweit kommt, werden nun die Untersuchungsbehörden klären müssen.
Engeler zeigte sich nach der Urteilseröffnung «nicht hundertprozentig zufrieden». Er hätte eigentlich einen Freispruch «für den gesamten Text» gewollt. Nun sei aber die Sache wohl noch nicht vom Tisch. Das Verfahren gegen Engeler ausgelöst hatte eine Strafanzeige des Vereins Surselva Romontscha. Dieser nahm aber dann nicht als Privatkläger am Prozess teil.





























