Rayonverbot für junge Randalierer
19. April 2008, 23:28Die Behörden der Kantone Zürich, St. Gallen und Basel-Stadt wollen mit Rayonverboten gegen gewaltbereite Jugendliche vorgehen.
«Wir sind überzeugt, dass wir damit Delikte verhindern können», sagt Marcel Riesen, Leitender Jugendstaatsanwalt des Kantons Zürich gegenüber der SonntagsZeitung. Bisher wurden solche Platzverweise gegen Randständige, Ausländer und Hooligans ausgesprochen.
Grund für die verschärfte Massnahme: Es gibt immer mehr Vandalenakte. In Zürich, wo an den Wochenenden schätzungsweise 100 000 Jugendliche in den Ausgang gehen, verzeichnete die Kantonspolizei im ersten Quartal 2008 eine Zunahme von Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum. Dasselbe gilt für Bern. Unter starkem Alkoholeinfluss arten die Streifzüge der Jugendlichen fast jedes Wochenende aus. «Wenn bei solchen Delikten regelmässig dieselben Jugendlichen involviert sind, hilft ein Rayonverbot, um die Spirale zu brechen», ist der Zürcher Troubleshooter Roland Zurkirchen überzeugt. Die Behörden im Kanton Aargau gehen einen Schritt weiter.
Die Polizei kann Jugendlichen den Zutritt zu Restaurants und Vergnügungsvierteln selbst dann verbieten, wenn sie kein strafbares Delikt verübt haben. Diese verschärfte Form planen weitere Kantone: In Basel präsentiert die Regierung nächste Woche einen entsprechenden Passus im Polizeigesetz, in St. Gallen befindet das Parlament im Juni darüber.
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