Kein italienischer Asbest für Schweizer Deponien

24. April 2008, 16:18

Italien soll seine Asbestabfälle selbst entsorgen. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigt den Importstopp, den das Bundesamt für Umwelt verhängt hat.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hatte zwei norditalienischen Firmen in den vergangenen Jahren mehrfach gestattet, asbesthaltigen Bauschutt in der Deponie Teuftal in Frauenkappelen im Kanton Bern zu entsorgen. Anfang 2007 ersuchten die Firmen erneut um eine Einfuhrbewilligung für je 3000 Tonnen Asbest- und Eternitabfälle, was ihnen das Bafu nunmehr verweigerte.

Die Deponie Teuftal gelangte ans Bundesverwaltungsgericht. Sie argumentierte, dass ihre Kapazitäten für die Entsorgung des ausländischen Abfalls ausreichen würden. Das Bundesverwaltungsgericht hat ihre Beschwerde nun abgewiesen. Es stützte damit das Bafu.

In der Schweiz mangelt es an Deponieraum

«Deponieraum ist knapp in der Schweiz», sagt Hans-Peter Fahrni, Leitung der Abteilung Abfall und Rohstoffe am Bafu. Es gebe Kantone, in welchen neue Deponien geschaffen werden müssen. Dies durchzusetzen wäre politisch sehr schwierig, wenn andere Kantone ausländische Abfälle aufnehmen würden.

Auch vom ökologischen Standpunkt her sei der Export von Asbest nicht sinnvoll. Im Gegensatz zu anderen Abfällen verursache beim asbesthaltigen Bauschutt die Entsorgung wenig Probleme, sagt Fahrni. Es gebe deshalb keinen Grund, weshalb Italien seinen Asbestschutt nicht selber aufnehmen könne.

Bei Siedlungsabfälle (wie sie sich seit Jahren in Napoli ansammeln) sehe die Situation anders aus. Die Kapazität der Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen reiche aus für den inländischen Kehricht, ein Importstopp sei nicht geplant.

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