Sturmgewehr kommt ins Zeughaus

09. Juni 2008, 16:45

Das Kreiskommando St. Gallen hat das Gesuch eines WG-Bewohners bewilligt, der sein Sturmgewehr im Zeughaus lagern will.

Der Mann hatte am 2. Mai an einer Waffenabgabe-Aktion der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) teilgenommen. Für die GSoA ist das ein Erfolg: Die Armee anerkenne erstmals, «dass die Aufbewahrung der Dienstwaffe in der eigenen Wohnung nicht per se als sicher gilt», heisst es in einem Communiqué. Die GSoA sehe sich darin bestätigt, dass die Lagerung von Armeewaffen zu Hause ein Sicherheitsrisiko sei.

Der Mann, der in einer Wohngemeinschaft lebt, argumentierte erfolgreich, in seiner WG sei eine sichere Aufbewahrung des Sturmgewehrs nicht möglich.

«Kein Präzendenzfall»

Kreiskommandant Walter Hörnlimann bestätigte auf Anfrage, dass das Gesuch gutgeheissen wurde. Der Fall sei aber kein Präzedenzfall für WG-Bewohner. «Jedes Gesuch wird individuell geprüft», betont Hörnlimann gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Es seien auch schon ähnliche Gesuche gutgeheissen worden. Der Kreiskommandant nannte etwa den Fall eines Zirkusmitarbeiters, der im Zirkuswagen wohnte und seine Waffe nicht sicher genug lagern konnte.

Die Lagerung der Dienstwaffe im Zeughaus ist auch das Ziel einer eidgenössischen Volksinitiative. Die Unterschriftensammlung für die Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» läuft zur Zeit. Die GSoA unterstützt die Initiative.

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