Zürcher Gericht befasst sich mit Beschneidung
11. Juni 2008, 12:42Noch im Juni muss sich das Zürcher Obergericht mit einem Fall von Beschneidung in der Schweiz befassen. Angeklagt sind die aus Somalia stammenden Eltern eines heute 13-jährigen Mädchens.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen schwerer Körperverletzung gegen Eltern erhoben, die ihre Tochter beschneiden liessen. Die Anklage sei am 9. Januar eingereicht worden, sagt der zuständige Zürcher Staatsanwalt Michael Scherrer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Am 26. Juni ist der Gerichtstermin. Die Verhandlung findet auf Antrag des Geschädigtenvertreters unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Die Beschneidung liegt bereits über zehn Jahre zurück. Die aus Somalia stammenden Eltern liessen 1996 ihre damals 2-jährige Tochter an ihrem Wohnort im Zürcher Oberland beschneiden. Ein Arzt bemerkte während einer Untersuchung vom September 2007 beim heute 13-jährigen Mädchen die Folgen davon und meldete dies der Vormundschaftsbehörde. Diese reichte Anzeige ein.
Familie wieder zusammen
Daraufhin verhaftete die Staatsanwaltschaft Zürich die beiden 45- jährigen Eltern. Ein Grund für die Verhaftung war gewesen, Mittäter zu eruieren. Im November wurden die geständigen Eltern wieder aus der U-Haft entlassen. Seines Wissens sei die Familie wieder zusammen, sagt Scherrer weiter. Das Mädchen hat einen Rechtsbeistand.
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