Lungenliga erwägt Initiative
11. Juni 2008, 15:04Mit seinem Entscheid, das Rauchen in Restaurant weiter zu tolerieren, erzürnt der Nationalrat die Lungenliga. Diese zieht wie angekündigt die Lancierung einer Volksinitiative in Betracht.
Der Delegiertenrat werde am 19. Juni über die Lancierung einer Volksinitiative diskutieren, teilt die Lungenliga mit. Gleichzeitig fordert sie vom Ständerat, die «Verwässerungen des Nationalrates» nicht zu akzeptiereren.
Der Nationalrat missachte die eindeutig erwiesene Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen, schreibt die Lungenliga weiter. Die grosse Kammer politisiere am Willen der Schweizer Bevölkerung und der Kantone vorbei. Nur ein nicht verwässertes Bundesgesetz schütze die Bevölkerung wirksam vor Passivrauch.
Kritik an Nationalrat
Auch die Stiftung pro aere, die Arbeitgemeinschaft Tabakprävention, die Krebsliga, die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme und die Schweizerische Herzstiftung gehen mit dem Nationalrat hart ins Gericht.
Die grosse Kammer habe sich «von Behauptungen des Wirteverbandes und des Gewerbeverbandes übertölpeln lassen, die jeder Grundlage entbehren», heisst es in einem gemeinsamen Communiqué. Diese behaupteten wider besseres Wissen, eine rauchfreie Gastroindustrie würde Umsatzeinbussen erleiden.
Dass diese Behauptungen falsch seien, zeige sich aber seit einigen Jahren in einer Reihe von europäischen Ländern – neuerdings auch in Deutschland und Frankreich. Es sei beschämend, dass die Fehlinformationen der Wirte höher gewichtet würden als die Gesundheit der Bevölkerung.
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