Armeechef Nef will zurücktreten

25. Juli 2008, 10:47

Nach den Anschuldigen der letzten Woche hat Armeechef Roland Nef genug: Er schlägt Bundesrat Samuel Schmid vor, seinen Posten im gegenseitigen Einvernehmen zu räumen.

Armeechef Roland Nef gibt zu, im Rahmen der Auflösung der Beziehung zu seiner ehemaligen Partnerin Fehler gemacht zu haben.
Keystone Armeechef Roland Nef gibt zu, im Rahmen der Auflösung der Beziehung zu seiner ehemaligen Partnerin Fehler gemacht zu haben.

Nun muss der Gesamtbundesrat entscheiden, ob er den Rücktritt von Roland Nef annehmen will. Nef erklärt, er habe im Rahmen der Auflösung der Beziehung zu seiner ehemaligen Partnerin Fehler gemacht, wie seine Anwälte mitteilen.

Unter der Mitwirkung der Staatsanwältin habe man sich aber geeinigt, und seine ehemalige Partnerin habe seine Entschuldigung angenommen. Nach dieser Einigung sei die Einstellung des Verfahrens erfolgt, wobei die entsprechende Verfügung noch vor dem Amtsantritt als Armeechef rechtskräftig geworden sei.

Dabei seien das Interesse der Öffentlichkeit und seiner damaligen Partnerin an einer Strafverfolgung als nicht gegeben betrachtet worden, und die Angelegenheit sei für Nef damit erledigt gewesen. Zum Zeitpunkt der Ernennung sei es nicht absehbar gewesen, dass diese private Strafsache öffentlich gemacht werde.

Persönliches hat beim Arbeitgeber nichts zu suchen

Nef bedaure, dass aus dem Respekt vor seiner Privatsphäre Bundesrat Schmid heute derartige Vorwürfe erwachsen seien, heisst es in der von Nefs Anwälten veröffentlichten Mitteilung. Längst überwundene, höchstpersönliche Probleme im zwischenmenschlichen Bereich hätten in der Tat beim Arbeitgeber und in der Öffentlichkeit nichts zu suchen.

Nef bedauere auch, dass ihm die auf Grund der Straftat in die Öffentlichkeit getragenen Wahrheiten und Unwahrheiten über ihn die effiziente Ausübung seiner militärischen Funktion faktisch verunmöglichten.

Bundesrat will bald entscheiden

Bundesrat Samuel Schmid hat das Gesuch des Armeechefs um Auflösung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen zur Kennntis genommen. Der Gesamtbundesrat werde dieses Gesuch an einer der nächsten Sitzungen behandeln und dabei auch die Details der Auflösung des Arbeitsverhältnisses regeln, teilt das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit.

Schmid bedaure, «dass angesichts der eingetretenen Situation der Vorschlag um Auflösung des Arbeitsverhältnisses für Korpskommandant Roland Nef unvermeidbar geworden zu sein scheint». Der VBS-Chef nimmt laut der Mitteilung auch vom Bedauern Roland Nefs Kenntnis, dass aus Respekt vor der Privatsphäre Nefs Vorwürfe an Schmid entstanden seien.

Für die geleistete Arbeit im Dienste der Schweizer Armee dankt Schmid Nef bestens. Nef bleibe von seinen Aufgaben entbunden. Bis zum Entscheid des Gesamtbundesrates übernehme der stellvertretende Chef der Armee, Divisionär André Blattmann, die Führung des Bereichs Verteidigung.

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