Schweiz

Jugendliche greifen beim Suizid meist zur Waffe

03. August 2008, 10:22

Trauriger Rekord: Fast jeder zweite jugendliche Selbstmörder in der Schweiz tötet sich mit einer Schusswaffe. Das ist deutlich mehr, als in jedem anderen europäischen Land.

Erstmals liegt eine internationale Studie zu Suiziden bei Jugendlichen vor. Derzufolge in der Schweiz 43,6 Prozent der 15- bis 24-jährigen Selbstmörder ihrem Leben mit einer Schusswaffe ein Ende setzen.

In der von der Zeitung «Sonntag» veröffentlichen Studie folgen an zweiter Stelle Finnland (28 Prozent) und Frankreich (19,1 Prozent). Im Nachbarland Deutschland geschehen nur 5 Prozent der Jugend-Selbstmorde mit einer Waffe.

Die Rekordquote von Schusswaffensuiziden in der Schweiz habe einen direkten Zusammenhang mit der hohen Verfügbarkeit von Waffen in der Schweiz, hält die Studie fest. Dies gelte insbesondere für die Heimaufbewahrung von Sturmgewehren und Pistolen aus Armeebeständen.

Die Studie der «European Alliance Against Depression» (EAAD) untersuchte 15’000 Suizide von 15- bis 24-Jährigen in 15 Ländern. Sie wurden in der aktuellen Ausgabe das Fachmagazins «Journal of Affective Disorders» veröffentlicht.

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