Schweiz

Deutscher Sieg «in türkischer Manier»

26. Juni 2008, 15:41

Die Medien würdigten ein hochdramatisches Halbfinalspiel zwischen der Türkei und Deutschland – und zeigten sich überrascht von der Spielweise des türkischen Ersatzbank-Teams.

«Sueddeutsche.de»: Es war eine zum Ende hin dramatische Partie gewesen, deren Ausgang bedeutet, dass die Deutschen am Sonntag in Wien das EM-Finale bestreiten dürfen. (…) In den Tagen vor diesem Halbfinale hatte man in Sorge geraten müssen, ob die Türken überhaupt elf Spieler zusammenbekommen würden, so dramatisch waren die Nachrichten über immer neue Ausfälle gewesen (…).

«NZZ.ch»: Die Türken überraschten mit einem offensiven Kombinationsspiel (…). Die Türken mussten auf insgesamt sieben verletzte oder gesperrte Stammspieler verzichten. Dennoch versteckten sie sich nicht und spielten aus einem massierten Mittelfeld zum deutschen Tor hin – ganz so, wie die Kroaten im Gruppenspiel die Deutschen 2:1 zu besiegen vermochten.

«Faz.net»: Mit einem Kraftakt hat sich die deutsche Fussball-Nationalmannschaft den Einzug in das Endspiel der Europameisterschaft gesichert. (...) Wer dachte, die türkische Auswahl (…) versuche alles, um die Partie zu verschleppen, sah sich ganz schnell getäuscht. Die Spieler überzeugten von Beginn an mit extrem hoher Körperspannung und Einsatzwillen.

«Bild.de»: Die Türken spielten uns zunächst schwindelig (…). 51. Minute: Lahm dribbelt mit Traumpass von Hitz in den Strafraum. Auf der 16er-Linie rennt Sabri in Lahm rein, checkt ihn um. Schiri Massimo Busacca winkt sofort ab. Doch da liegt der schwarz-gegelte Cafeteria-Betreiber aus Bellinzona schief. Das war ein Elfer! (…) Wir sind im Wien-ale!

«Blick.ch»: Getreu dem Motto:«Angriff ist die beste Verteidigung» überraschten die Türken nicht nur die elf deutschen Feldspieler, sondern wohl auch jeden Experten. Die vermeintlichen Underdogs drückten dem Spiel mit atemberaubendem, engagiertem Offensivspiel den Stempel auf. (…) Hut ab vor dieser brillanten Leistung, die den Türken so wohl nur eingefleischte Fans zugetraut hätten. Doch nach Wien fahren die Deutschen, die mit dieser unerreichbaren Effizienz heute schlicht die besseren Türken waren.

«Spiegel.de»: Wieder schlugen die Türken kurz vor Ende der Partie zu, wieder schien sich die Mannschaft von Trainer Fatih Terim in die Verlängerung retten zu können. Doch dieses Mal fehlte das Happy End. (…) Lahm hatte die Geschichte mit seinem Schlenzer in der Schlussminute umgeschrieben. Und dieses mal kamen die Türken trotz zwei Minuten Nachspielzeit nicht mehr zurück.

«Stern.de»: Gezittert, gelitten und dann grenzenlos gejubelt – in letzter Minute hat Philipp Lahm die deutsche Nationalmannschaft zum sechsten Mal in ein EM-Endspiel geführt. (…) Doch über weite Strecken fand die deutsche Mannschaft überhaupt keine Einstellung zum Gegner, der taktisch sehr diszipliniert auftrat und erneut tolle Moral bewies.

«Zeit.de»: Nach Wien gerumpelt: Die deutsche Elf steht im EM-Finale. Trotz mässiger Leistung und hoher Nervosität schlug sie die Türkei 3:2.

«Zaman.com.tr»: Die Türkei scheidet mit Ehren aus: (…) Die angeschlagene türkische Mannschaft schockte Deutschland, indem sie den Beginn des Spiels dominierte.

«Turkishdailymail.com.tr»: Fast wäre den türkischen Spielern an der Euro 08 ein weiteres Wunder gelungen. (...) Terim war zufrieden. «Ich gratuliere Deutschland zu seinem Sieg und wünsche ihm Erfolg für das Finale», sagte Terim nach dem Match. «Ich bin stolz auf meine Spieler. (...) Sie zeigten der Welt, wie gut ihr Team ist.»

«Hürriyet»: «Seid nicht traurig - wir haben gewonnen. Ihr habt den Namen der Türkei bei der EM ehrenvoll vertreten. Ihr seid unser Stolz geworden. Weder Verletzungen noch Ausfälle konnten euch schrecken. Wir haben wunderbar gespielt. Wir sind an der Torlatte gescheitert. Wir haben die Deutschen in die Ecke gedrückt, konnten sie aber nicht besiegen. Erhobenen Hauptes haben wir uns in den 90 Minuten von der Euro 2008 verabschiedet.»

«Sabah»: «Champion der Herzen. Wir haben gezeigt, dass wir die beste Mannschaft der Europameisterschaft waren. Wir haben die Deutschen unter unserem Fussball leiden lassen.»

«Cumhuriyet»: «Beifall für die Türkei. Wir haben verloren, so viel ist klar. Hätten wir gewinnen können? Sicher. Wir waren auch nahe dran am Final der Europameisterschaft. Aber es hat nicht sein sollen. (...) Eigentlich ist es keine Niederlage. Unter die ersten vier zu kommen und dort zu kämpfen, ist auch ein Erfolg. Die Gastgeber warfen schliesslich schon in der ersten Runde das Handtuch.»

«Krone.at»: Deutschland zittert sich ins Finale: Nach einem glücklichen Sieg gegen die Türkei steht der dreifache Europameister Deutschland im Finale der Euro.

«Gazzetta.it»: Terims Türkei dominierte zuerst und wurde erst in der 90. Minute von einem Meisterstück Lahms geschlagen. (...) Vielleicht sind die Deutschen nicht die beste Mannschaft Europas, aber sie sind diejenigen, die am wenigsten Fehler machen. Sie wissen zu leiden, ohne schliesslich zu unterliegen. Sie gewinnen – aus Tradition.

«Corrieredellosport.it»: In einer emotionalen und bewegten Partie voller gelungener Aktionen hat Deutschland die Türkei 3:2 geschlagen.

«Lefigaro.fr»: In einem unglaublichen Spiel hat «la Mannschaft» ihr Ticket fürs EM-Finale gewonnen. (…) Erhobenen Hauptes können die heldenhaften Männer von Fatih Terim das Turnier verlassen.

«L'équipe.fr»: Deutschland bewies seine Unverfrorenheit und holte die Entscheidung in letzter Minute. (...) Ein schrecklicher Moment für die Türken, die bis ans Ende träumen durften. Sie werden es sicher bedauern, dass sie die Entscheidung nicht schon in der ersten Halbzeit holen konnten, als sie die dominierende Mannschaft waren. (...) Die phänomenale türkische Mannschaft schien nie zu zweifeln.

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