Schweiz

Braunbär «Bruno» von Auto gestreift

15. Juni 2006, 17:44

Der seit Wochen gesuchte Braunbär «Bruno» ist in Südbayern von einem Auto angefahren worden. Die Spur des offenbar unverletzt gebliebenen Bären verlor sich am Ufer eines Stausees nahe der österreichischen Grenze.

Braunbär Bruno im Wald bei Garmisch-Partenkirchen am 14. Mai.
Braunbär Bruno im Wald bei Garmisch-Partenkirchen am 14. Mai.
Im Bereich der Staumauer war der Bär gestern Abend gegen 23 Uhr vom See her auf die Strasse gesprungen. Dort stiess er mit einem aus Österreich kommenden Auto zusammen, wie die Polizei mitteilte.

Hinter dem Wagen war ein Motorradfahrer unterwegs, der der Kollision knapp entging. Die beiden Lenker blieben unverletzt. Nach dem Zusammenstoss sei der Bär die Böschung zum Stausee hinunter gesprungen, hiess es weiter.

Blutspuren wurden am Unfallort nicht gefunden. Abgesehen von einem umgeklappten Rückspiegel sei auch das Auto des österreichischen Fahrers nicht beschädigt worden, sagte ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums. «Wahrscheinlich hat der Bär nur eine kleine Ohrfeige abgekriegt.»

Nach Angaben der Umweltorganisation WWF entkam der Bär durch einen Sprung in den Sylvensteinsee, rund 20 Kilometer nördlich der österreichischen Grenze. Der bayerische Ministeriumssprecher vermutete, dass der Bär den See durchschwommen hatte.

Letzte Spur am Seeufer
Die finnischen Bärenjäger mit ihren speziell ausgebildeten Elchhunden suchten noch in der Nacht den Unfallort sowie das gesamt rund 15 Kilometer lange Seeufer ab. Eine neue Witterung konnte aber nicht aufgenommen worden. Dafür stiessen die Jäger laut WWF auf Tatzenabdrücke, die direkt in den See führten.

Während die Spürhunde eine Pause einlegen durften, setzten die Bärenfänger die Suche fort. Die Experten hofften, Kot, Haare oder weitere Tatzenabdrücke des Tieres zu finden.

Den Bärenexperten macht vor allem das heisse und trockene Wetter zu schaffen. «Weil sich die Gerüche so schnell verflüchtigen, bekommen selbst die besten Hundenasen Probleme», berichtete der Ministeriumssprecher.

Nach dem aus Norditalien stammenden Braunbären «JJ1», von der Öffentlichkeit in «Bruno» umbenannt, wird seit Wochen gefahndet. Das Raubtier hatte in Bayern und Österreich wiederholt Schafe, Kaninchen und andere Tiere gerissen. Da er in Siedlungsgebiete vorgedrungen war, gilt er als «Problembär». Deshalb soll er mit einem Spezialgewehr betäubt und dann in ein Gehege gebracht werden.

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