49'000 gegen Bobo-Song

27. März 2007, 18:06

Die Eidgenössisch- Demokratische Union fordert mit 49'000 Unterschriften den Bundesrat auf, etwas gegen DJ Bobos Beitrag für den Eurovision Song Contest zu tun.

Ausschnitt aus dem Vampir-Video.
Ausschnitt aus dem Vampir-Video.
Das Lied «Vampires Are Alive» von DJ Bobo enthalte eine verheerende Botschaft, sagte der Berner EDU-Nationalrat Christian Waber. «Verkaufe deine Seele», heisst es im Lied etwa, oder «freue dich auf den Weg vom Himmel zur Hölle». Nach Ansicht des Petitionskomitees verniedlicht der Liedtext Hölle und Teufel. «Da hört der Spass endgültig auf», heisst es in der Bittschrift.

Die finnischen Monsterrocker Lordi, die den Song Contest 2006 gewannen, hätten den Okkultisten und Satanisten am Eurovision Song Contest eine Tür geöffnet, kritisierte EDU-Sekretär Thomas Feuz. DJ Bobos Beitrag nimmt denn auch unmissverständlich Bezug auf den Auftritt der letztjährigen Sieger.

Überrascht vom Erfolg
EDU-Präsident Hans Moser zeigte sich überrascht vom Erfolg der Petition. Die EDU sei zuversichtlich, dass der Schweizer Beitrag zum Song Contest gestoppt werden könne. Die über 49'000 Unterschriften kamen innerhalb von zwei Wochen zusammen. Viele haben wohl unterschrieben, weil sie den Song einfach schlecht finden.

Mit Berufung auf die Bundesverfassung fordern die Petitionäre vom Bundesrat, den religiösen Frieden im Land zu wahren und zu veranlassen, dass die Schweiz im Europäischen Gesangswettbewerb nicht mit Satanismus und Okkultismus, sondern mit schweizerischen Werten vertreten wird.

Der Beitrag von DJ Bobo wurde von einer nationalen Jury mit Vertretern von SF, TSR, TSI und Viva Schweiz aus über 60 Titeln für den Song Contest ausgewählt. Ob der gebürtige Aargauer am Finale am 12. Mai im Helsinki auftreten kann, ist noch offen. Noch muss er das Halbfinale am 10. Mai überstehen. Dort treten 28 Länder an, 10 werden für die Schlussrunde ausgewählt.

Uvek: Sache des Fernsehens
Die Bundeskanzlei wird die Bittschrift den Departementen für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und des Innern (EDI) weitergeben, wie Informationschef Hansruedi Moser auf Anfrage sagte. Eines der beiden Departemente oder beide zusammen würden sie dann beantworten. UVEK-Sprecher Daniel Bach sagte indessen, es liege im publizistischen und geschäftlichen Ermessen der SRG SSR idée suisse, dieses Lied für den Wettbewerb vorzuschlagen.

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