DJ Bobo scheitert am Ostblock

10. Mai 2007, 23:59

Fassungslosigkeit bei der Schweizer Delegation in Helsinki: DJ Bobo ist am Eurovision Song Contest im Halbfinal gescheitert.

Nicht überlebt: DJ Bobo mit «Vampires Are Alive».
Nicht überlebt: DJ Bobo mit «Vampires Are Alive».

Von Ruth Brüderlin, Helsinki

Noch bis am frühen Abend hatte er gar als Topfavorit für einen Finalsieg gegolten. Heute kurz vor Mitternacht war aber klar: Bobo scheidet frühzeitig aus. Die Konsternation war grenzenlos. Sofort setzte hinter der Bühne auch die Diskussion um einen Rückzug der Schweiz aus dem Wettbewerb ein.

Davon hält Toni Wachter, Redaktionsleiter Show beim Schweizer Fernsehen und Leiter der Schweizer Delegation, aber nichts: «Ein Rückzug steht nicht zur Debatte. Der Contest hat bei den Zuschauern Kultstatus und immer sehr hohe Einschaltquoten. Das ist für uns wichtiger als die Platzierung des Künstlers.» Das Ende für Bobo sei nicht das Ende der Welt und dem Schweizer Fernsehen werde sich nächstes Jahr wieder etwas einfallen lassen, sagt Wachter.

Solidarität im Osten als Ursache?
Die Schuld am Desaster wird den Länderallianzen zugeschoben. Sämtliche Halbfinalisten, die den Sprung in den Final geschafft haben, stammen aus dem Osten. Mit solchen Mutmassungen mochte sich Bobo selbst nicht auseinander setzen. Er verschwand flugs ins Hotel und fliegt morgen nach Hause. Dort, so hatte er im Vorfeld angekündigt, werde er sich nun zwei Wochen einschliessen und sich seiner Familie widmen.

Der heutige Wettkampf dürfte der letzte Contest in dieser ausufernden Länge gewesen sein. Allgemein wird erwartet, dass die European Broadcasting Union EBU an einer Pressekonferenz ein neues Konzept vorstellt. Seit längerem wird spekuliert, der Parcours werde in einen Ost- und einen West-Halbfinal aufgeteilt. Nur die zehn Besten werden dann fortan im Final gegeneinander antreten.

Die Finalisten
1. Bosnien-Herzegowina

2. Spanien

3. Weissrussland

4. Irland

5. Finnland

6. Mazedonien

7. Slowenien

8. Ungarn

9. Lettland

10. Griechenland

11. Georgien

12. Schweden

13. Frankreich

14. Litauen

15. Russland

16. Deutschland

17. Serbien

18. Ukraine

19. England

20. Rumänien

21. Bulgarien

22. Türkei

23. Armenien

24. Moldawien

Schweiz

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