Schweiz

42 Minuten für den Liebesakt

25. September 2007, 10:00

Laut einer Umfrage findet in Schweizer Betten das längste Vorspiel statt. Der Gesamtakt dauert 42 Minuten; eine Expertin vermutet dahinter jedoch Wunschdenken.

Einzig Mexikanerinnen und Mexikaner übertreffen die Eidgenossen noch bei der Dauer des Liebesaktes: Sie bringen es auf eine drei Viertel Stunde, wie eine Umfrage unter 26’000 Menschen in 26 Ländern ergab. Die Studie «Sexual Wellbeing» wurde von einem Kondomhersteller erhoben; insgesamt wurden 26'000 Menschenin 26 Ländern befragt.

Expertin: Dauer in Erinnerung verlängert

In einem Kommentar zu der Studie wird die Zürcher Sexualtherapeutin Esther Elisabeth Schütz zitiert. Sie bezeichnet die 45 Minuten Dauer des schweizerischen sexuellen Austauschs als «Traumergebnis», vermutet aber einiges Wunschdenken dahinter.

Immerhin sei positiv, dass die Männer und Frauen die Dauer «in ihrer Erinnerung etwas verlängern». Die Studie zeige den Wunsch vieler Frauen nach mehr Vorspiel auf.

Die Ehe scheint ein Liebestöter zu sein, zumindest in der Schweiz. Nach Angaben der Studie frönen Singles dem Vorspiel länger als Verheiratete oder Paare, die bereits zusammenleben: 23 Minuten gegenüber 16.

Unterschiede bei der Offenheit

Mexikanerinnen und Mexikaner sprechen laut der Studie auch am offensten über ihre sexuellen Wünsche und Vorstellungen: Vier Fünftel von ihnen halten gegenüber ihren Partnern damit nicht hinter dem Berg.

Dagegen sind die Schweizer offenbar schüchtern. 40 Prozent von ihnen trauen sich nicht, ihre sexuelle Wünsche zu äussern. Die Briten scheinen laut der Studie die wortkargsten Europäer zu sein und die Japaner mit einer Quote von 79 Prozent die sexuell Schüchternsten weltweit.

Mehr Abwechslung gewünscht

Bei sexuellen Phantasien erklimmen Schweizerinnen und Schweizer den weltweit den Gipfel. 47 Prozent der Befragten wollen mehr Abwechslung. Zudem bilden für 77 Prozent sexuelle Phantasien einen Teil des Liebeslebens. Das sind 27 Prozent mehr als der weltweite Durchschnitt und 4 Prozent mehr als bei den Italienern.

Obwohl zwei Drittel aller weltweit Befragten wöchentlich den Beischlaf vollziehen, reicht das 65 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen nicht. Auch in der Schweiz zeigten sich 58 Prozent unzufrieden mit der Anzahl der Akte.

Weltrekord bei der Onanie

Neben Geschlechtsverkehr ist Onanie die häufigste Form sexueller Aktivität. Weltweit räumten 83 Prozent ein, schon einmal Selbstbefriedigung betrieben zu haben. Auch hier steht die Schweiz in der Durex-Studie zuoberst: 96 Prozent.

58 Prozent der Schweizer gaben den Befragern zu Protokoll, mindestens einmal pro Woche zu onanieren; bei den Schweizerinnen tat es jede Dritte. Für schädlich halten das nur fünf Prozent der Schweizerinnen und Schweizer; weltweit sind es 16 Prozent.

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