Bartgeier «Blick» erneut in die Wildnis entlassen

13. Mai 2008, 17:18

Der Bartgeier «Blick» ist im Schweizer Nationalpark zum zweiten Mal in seinem jungen Leben in die Freiheit entlassen worden.

Chasper Buchli, Geschäftsführer der Stiftung Bartgeier, entlässt den Bartgeier «Blick» in der Nähe des Ofenpasses in die freie Wildbahn.
Keystone Chasper Buchli, Geschäftsführer der Stiftung Bartgeier, entlässt den Bartgeier «Blick» in der Nähe des Ofenpasses in die freie Wildbahn.

«Blick» war am 28. Februar 2007 in Goldau geschlüpft und im Juni letzten Jahres mit einem Sender ausgestattet im Nationalpark ausgewildert worden. Als der Vogel sich im November drei Tage lang nicht von der Stelle rührte, wurde er wieder eingefangen.

Verletzungen oder medizinische Probleme seien nicht gefunden worden, teilte der Tierpark Goldau mit. Der Jungvogel sei einfach sehr schwach gewesen, dies wohl wegen des frühen Wintereinbruchs und der Konkurrenz anderer Bartgeier.

In der Rehabilitations-Voliere des Tierparks konnte «Blick» rasch wieder an Gewicht zulegen. Wiederum mit einem Sender ausgestattet, wurde der Geier am Ofenpass erneut in die Wildnis entlassen.

Kücken gestorben

Der einjährige Bartgeier sei nach der Freilassung gut geflogen und habe noch ein paar Ehrenrunden gedreht, sagte Chaspar Buchli von der Stiftung Pro Bartgeier. Er rechne damit, dass der Vogel überleben werde. «Sonst holen wir ihn wieder.»

Die Stiftung Pro Bartgeier hat im internationalen Alpenbogen rund 12 Bartgeier-Bruten ausgemacht, vier davon in der Schweiz. Zwei Kücken haben nach Schneefällen jedoch nicht überlebt. Gestorben ist das Junge im Nationalpark sowie jenes im Vallée Derborence im Unterwallis.

Überlebt haben das teilweise garstige Wetter die zwei Jungen im Raum Albula sowie im Val Mora im Münstertal. Bartgeier brüten 55 Tage. Bevor sie zwischen Mitte und Ende Juli flügge werden, verbringen die Jungtiere 120 Tage im Horst.

Die Chancen, dass sich der Bartgeier nach der Ausrottung im Alpenraum wieder auf natürliche Weise ausbreitet, verbessern sich von Jahr zu Jahr. Immer mehr ausgesetzte Vögel erreichen die Geschlechtsreife und pflanzen sich fort.

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