Kathy Riklin will keine «Placebo-Politikerin» sein

21. August 2007, 10:33 – Von Edgar Schuler

CVP-Nationalrätin Kathy Riklin empfiehlt sich möglichst ohne plakative Forderungen für den Ständerat. Sie stellt dafür ihre Erfahrung in den Vordergrund.

Zürich. – «Ich fordere kein Minarettverbot, und ich will Jugendliche nicht schon mit 14 ins Gefängnis stecken.» Zu ihrem Wahlkampfstart erteilte Kathy Riklin gestern eine Absage an die markigen Forderungen ihrer Konkurrentinnen und Konkurrenten um einen Zürcher Ständeratssitz. Sogar als «Mumpitz» bezeichnete die CVP-Nationalrätin auch den jüngsten Wahlkampfschlager von Ex-Regierungsrätin Verena Diener (Grünliberale): Dass jugendliche Rauschtrinker Arbeitsdienst im Gesundheitswesen machen sollen. Vorschläge dieser Art sind für sie Placebos – wirkungslose Heilmittel.

Kein Einbruch in die FDP-Phalanx

So wenig wie Riklin eine «Placebo-Politikerin» sein will, so wenig will Parteipräsident Markus Arnold ihre Ständeratskandidatur als «Alibikandidatur» verstanden wissen. «Wir verheizen nicht verdiente Parteimitglieder», sagte Arnold. Er bezeichnete es als «Unsitte», dass jede auch noch so kleine Partei bei den Ständeratswahlen antrete, um das Interesse der elektronischen Medien zu wecken. Bei Riklin sei das nicht der Fall, sagte Arnold, und pries Riklins breite Erfahrung nach fast 20 Jahren im Zürcher Gemeinderat und bald 8 Jahren als Nationalrätin. «Sie hat sich in der Bildungspolitik immer für den Hochschulstandort Zürich und damit auch für eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Zürich eingesetzt.»

Entsprechend sitzen im Wahlkomitee Riklins eine ganze Menge Professoren. Laut Professor und CVP-Alt-Regierungsrat Ernst Buschor vertritt Riklin eine «breite, ganzheitliche Politik». Professor Hans Thierstein, Prorektor der ETH, lobte Riklin als studierte Geologin, die den Überblick über lang- und kurzfristige Veränderungen der Natur habe. Professor Andreas Kellerhals, Direktor des Europainstituts, sagte, eine «Standesvertretung mit Riklin und Felix Gutzwiller (FDP) würde harmonischer funktionieren» als das bürgerliche Ticket mit SVP-Präsident Ueli Maurer.

Die Schalmeienklänge Richtung Freisinn haben dort allerdings bisher offensichtlich kaum Anklang gefunden: Bis auf Kantonsrat Rolf Walther, der mit Riklin zusammen im Zürcher Gemeinderatspräsidium gesessen hatte, findet sich im Unterstützungskomitee keine namhafte FDP-Persönlichkeit.

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