So beurteilen die Präsidenten das Abschneiden ihrer Parteien

Die SVP schreibt ihre Erfolgsgeschichte fort

22. Oktober 2007, 08:35 – Von Verena Vonarburg

Die stärkste Partei im Nationalrat erreicht einen historischen Rekord, führt also ihren fulminanten Aufstieg weiter.

Die Rechnung ist für die SVP einmal mehr aufgegangen. Der provozierendste, der teuerste, aber auch der klar beste Wahlkampf aller Parteien und die Fixierung auf Bundesrat Christoph Blocher zeigen positive Wirkung: die SVP, früher die vom Freisinn belächelte Juniorin, baut ihre Spitzenposition im Nationalrat weiter aus.

Die SVP gewinnt 7 Sitze hinzu und kommt im Nationalrat auf 62 Sitze. Ihre Wählerstärke steigert sie gemäss SRG-Hochrechnung um 2,1 Prozent auf 28,8 Prozent. Das heisst: 28,8 Prozent all jener, die wählen gegangen sind, haben sich für die SVP entschieden. Ein solches Glanzresultat, so es denn dabei bleibt, hat in diesem Wahlsystem der Schweiz nur eine Partei je geschafft: Der Freisinn. Vor 88 Jahren, also 1919.

Grosser Abstand auf die SP

Der Abstand der SVP auf die zweitplatzierte SP ist enorm: Ihr Vorsprung auf die Linke beträgt gemäss Hochrechnung 9,5 Prozent. Die Parteienstärke der SVP ist zudem fast doppelt so gross wie jene der FDP und der CVP.

Die Blocher-Partei legt mehr zu, als die Umfragen erwarten liessen. Das SRG-Wahlbarometer sagte ihr einen Sieg mit 27,3 Prozent voraus. Mit ihrem gestrigen Resultat ist die SVP zum fünften Mal in Serie bei eidgenössischen Wahlen erfolgreich – und wie: Von 1987 bis 2003 hatte die SVP 15,7 Prozent zugelegt. Ein für die Schweiz einmaliger Aufstieg. Mit dem gestrigen Resultat sind es laut der Hochrechnung gar 17,8 Prozent. SVP-Präsident Ueli Maurer zeigt sich erwartungsgemäss erfreut mit dem Wahlausgang: «Damit wurde der Führungsanspruch unserer Partei ganz klar unterlegt. » Es sei zweifellos nicht einfach gewesen, auf dem ohnehin schon hohen Niveau nochmals zulegen zu können. Die SVP mache eben «die beste Politik in diesem Land».

Euphorisch gestimmt ist SVPGeneralsekretär Gregor Rutz: «Dass wir unser exzellentes Resultat vor vier Jahren noch einmal übertreffen konnten, halte ich für eine kleine Sensation.» Dass es so gut herauskäme, habe er nicht gedacht. «Ich habe zwar durchaus erwartet, dass wir zulegen werden – aber nicht in diesem Ausmass.» Die SVP führt ihren Erfolg darauf zurück, dass sie sich um Themen kümmere, welche die Schweizer Bevölkerung beschäftigen: die Jugendgewalt, der Asylmissbrauch, die Steuern. Ausserdem sei das Resultat ein klares Bekenntnis zum Verbleib von Christoph Blocher im Bundesrat.

Die SVP gewinnt vor allem auf Kosten des Freisinns, aber auch der CVP. Den Freisinnigen nimmt die SVP einen Sitz in St. Gallen und in Schaffhausen ab. Der CVP überraschend in Obwalden und im Jura. Auch in Zürich, Bern und in der Waadt gewinnt die SVP gemäss Hochrechnungen einen Sitz hinzu.

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