Wirtschaft

Swiss bald ohne Regionalflotte?

09. September 2005, 18:45

Die Swiss forciert ihre Vorbereitungen für eine allfällige Ausgliederung der Regionalflotte in eine eigene Gesellschaft. Grund ist ein langer Streit mit den Piloten.

Hält sich in der Gewinnzone: Swiss.
Hält sich in der Gewinnzone: Swiss.
Im Basler Handelsregister wurde der Name «Swiss European Airlines AG» eingetragen. Zudem werde die Swiss beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) eine Betriebsbewilligung, das so genannte Airline Operating Certificate (AOC), für die neue Gesellschaft beantragen, sagte Swiss-Sprecher Dominik Werner heute Nachmittag zu einem Bericht von Radio DRS.

Alle diese Schritte hätten Planungscharakter, damit man bereit wäre, falls die Regionalflotte tatsächlich ausgegliedert würde. Entschieden sei aber noch nichts, sagte Werner.

Langer Streit mit Regionalpiloten
Die Swiss liegt seit langem mit den Regionalpiloten im Clinch. Diese hatten bereits mehrmals mit Streik gedroht, falls ihre Forderungen nicht erfüllt würden.

Unter anderem verlangen sie, dass die Swiss bei einem Stellenabbau die «gerichtlich festgehaltene Reissverschlussregel» anzuwenden habe. Damit würden die Pilotenkorps der ehemaligen Swissair und der Crossair proportional zu ihrer Grösse reduziert. Auch fordern Swiss Pilots einen gemeinsamen Arbeitsvertrag für alle Piloten.

1000 Arbeitsplätze gefährdet
Nach Swiss-Angaben ist die Regionalflotte mit ihren vielen Flugzeugtypen deutlich zu komplex und die kleineren Flugzeugen zu teuer. Zudem ist die Auslastung im Europageschäft «nicht zufriedenstellend». Deshalb will die Swiss die Regionalflotte um mindestens 15 Maschinen verkleinern. Dies kostet bis zu 1000 Arbeitsplätze.

Wie sich der Abbau auf die einzelnen Angestellten und die Kosten konkret auswirke, sei abhängig von den Verhandlungen für neue Gesamtarbeitsverträge (GAV) mit dem fliegenden Personal, hatte Swiss-Chef Christoph Franz Ende August gesagt. Er hoffe, noch in diesem Jahr zu einem Abschluss zu kommen, sagte Franz.

250 Piloten zuviel
Laut eigenen Angaben hat die Swiss über 250 Piloten auf der Gehaltsliste, die zuviel sind und wegen der geltenden Gesamtarbeitsverträge nicht entlassen werden können. Die Airline habe hier die Funktion eines Arbeitsamtes, hatte Franz gesagt.

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