Wirtschaft

Swiss-Piloten drohen mit Streik

17. November 2005, 16:30

Die Verhandlungen der Swiss mit den Regionalpiloten ist geplatzt. Die Swiss will nun einseitig Sparmassnahmen durchsetzen. Die Piloten sind sauer.


Es fänden derzeit keine GAV-Verhandlungen mehr statt, sagte Swiss-Chef Christoph Franz: «Wir werden jetzt unilateral Kostenmassnahmen umsetzen.» Wegen des Konsultationsverfahrens und der rechtlichen Fristen dauere das einige Monate. Der letzte GAV mit den Regionalpiloten lief Ende Oktober aus.

Bei den neuen Einzelarbeitsverträgen werde es keine automatischen Lohnsteigerungen nach Dienstalter mehr geben. «Es kann nicht sein, dass das Unternehmen Verluste macht und ein Teil der Mitarbeiter ständig mehr Lohn bekommt», sagte Franz. Das könne er auch im Unternehmen nicht verkaufen. Das Bodenpersonal habe seit der Gründung der Swiss vor drei Jahren keine Lohnerhöhung mehr bekommen.

Steigende Treibstoffpreise
Bauchweh bereiteten der Swiss insbesondere die Treibstoffpreise, die seit der Vorlage der GAV-Verhandlungsbedingungen massiv gestiegen seien. Alleine in den ersten neun Monaten 2005 musste die Fluggesellschaft für Treibstoff 175 Millionen Franken mehr ausgeben als im Vorjahreszeitraum.
«Mehrfacher Vertragsbruch»
Swiss Pilots, die Gewerkschaft der Regionalpiloten, reagiert sauer: Die Swiss breche mit ihrem Vorgehen mehrfach Vertragsbestimmungen, sagte Swiss-Pilots-Präsident Christoph Frick auf Anfrage. Auf Mitte Dezember werde nun eine ausserordentliche Generalversammlung der Mitglieder einberufen, um das weitere Vorgehen stützen zu lassen. Das im Sommer beschlossene Streikmandat gelte immer noch. Eine Konfrontation sei nicht mehr ausgeschlossen.

Trotz Bereitschaft zu Zugeständnissen seitens der Swiss Pilots habe die Swiss kein Interesse mehr an einem GAV, sagte Frick. Die neue Regionalfluggesellschaft habe Lohnreduktionen von bis zu 44 Prozent in einzelnen Fällen und Ferienreduktionen von bis zu 30 Prozent gefordert. Zudem sollten die Piloten durch Mehrarbeit ihre Produktivität um 10 bis 20 Prozent erhöhen.

Es stelle sich die Frage, ob die Swiss-Pilots-Miglieder diese Vertragskonditionen akzeptierten. Trotz Garantie durch die Swiss European Air Lines, dass es keine Entlassungen gebe, «grenzt das irgendwann an Prostitution», sagte Frick: «Wir sind heute schon 40 Prozent billiger als Lufthansa Cityline. Wenn die Swiss auf hart spielen will, spielen wir auch hart.»

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