Schweiz hinkt hinterher

29. November 2005, 11:24

Die OECD ist bezüglich des Wachstum der Weltwirtschaft vorsichtig optimistisch. Besonders Deutschland soll vom Aufschwung profitieren. Für die Schweiz wurden die Prognosen jedoch gesenkt.

Wachstumsprognosen: Welt 2,9%, Europa 2,1%, Schweiz 1,8%.
Wachstumsprognosen: Welt 2,9%, Europa 2,1%, Schweiz 1,8%.
Der Chefökonom der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Jean-Philippe Cotis, hält sich im Wirtschaftsausblick zurück. Trotz des in den letzten Monaten verbreiterten Wachstums der Weltwirtschaft sei die Lage möglicherweise weniger robust, als sie scheine.

In Zahlen rechnen die Pariser Fachleute für den gesamten OECD-Raum für 2005 mit einem realen Wachstum von 2,7 Prozent und für die nächsten beiden Jahre mit einer Beschleunigung auf 2,9 Prozent. Damit wurde die Prognose vom letzten Mai um einen Zehntelpunkt nach oben revidiert.

Deutlich unter dem Schnitt wird nach Erwartung der OECD die Schweiz blieben, mit Wachstumsraten von 1,2 Prozent in diesem Jahr sowie 1,7 beziehungsweise 1,8 Prozent in den kommenden beiden Jahren. Im Mai hatte die OECD der Schweiz für 2006 noch ein Wachstum von 2,0 Prozent vorausgesagt.

Schweiz fällt zurück
Der Blick auf die anderen 29 Industrieländer zeigt, dass die Schweiz mit dieser Prognose wieder weiter zurückfällt. So bleibt sie 2006 unter dem Mittel des Euroraums von 2,1 Prozent und fällt auch wieder hinter Deutschland zurück, dem ein Wachstum von ebenfalls 2,1 Prozent prognostiziert wird. Deutschland habe seine Wettbewerbskraft in den vergangenen Jahren stetig verbessert, schreibt die OECD. Deshalb könne Deutschland 2006 und 2007 kräftig vom Wachstum des Welthandels profitieren.

Um das Wachstum weiter zu erhöhen, raten die Pariser Experten der Schweiz, die Kontrolle der Staatsausgaben weiter zu verstärken, vor allem im Sozialbereich. Zudem sollten die Anstrengungen zur Förderung des Wettbewerbs fortgesetzt werden. Die Nationalbank kann gemäss OECD mit einer Verschärfung der Geldpolitik zuwarten, bis sich die wirtschaftliche Erholung deutlich bestätigt. Dies könnte im neuen Jahr bald der Fall sein.

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