Schweizer Konsumenten in Champagnerlaune
29. Dezember 2005, 09:46Der Champagner wird am bevorstehenden Silvesterwochenende in der Schweiz in Strömen fliessen. Der Detailhandel meldet deutlich höhere Umsätze als im letzten Jahr.
Die Schweizer Konsumenten sind zum Jahreswechsel buchstäblich in Champagnerlaune. Der Grossverteiler Coop rechnet für den Dezember mit einer zweistelligen Umsatzzunahme bei den Schaumweinen, wie Pressesprecher Karl Weisskopf sagte. Bereits Ende November habe der Umsatz über dem Vorjahr gelegen. Weisskopf beobachtet weiterhin einen Trend zum Prosecco. Aber auch Champagner werde wieder beliebter. «Das ist ein Anzeichen dafür, dass die Leute wieder optimistischer in die Zukunft blicken», sagte der Coop-Sprecher. Während beim Prosecco rund die Hälfte des Absatzes im Dezember erzielt wird, sind es bei einigen Champagnersorten sogar bis zu 90 Prozent.
Fleissig zugegriffen wird auch in den Regalen von Globus. Der Champagner liege zurzeit mit sechs Prozent deutlich im Plus, sagte Sprecher Ernst Pfenninger und fügte hinzu: «Die Leute leisten sich wieder etwas Exklusives.». Auch jüngere Leute deckten sich wieder vermehrt mit Champagner ein. Zudem gebe es einen Trend zu Jahrgangs- und Prestige-Champagnern. Bei den übrigen Schaumweinen meldet Globus gehaltene Umsätze. «Wie geschmiert» läuft der Schaumweinabsatz auch bei Denner, wie Sprecherin Eva-Maria Bauder sagte. Der Discounter ebenfalls eine leichte Tendenz in Richtung Champagner fest.
Importe um 4 Prozent gestiegen
Dass die Korken wieder häufiger knallen, belegt auch die Statistik der Eidgenössischen Zollverwaltung. Bis Ende November stiegen die Importe von Schaumweinen im Vergleich zur Vorjahresperiode um knapp vier Prozent oder rund 400000 Liter auf elf Millionen Liter. Wertmässig nahmen die Einfuhren hingegen nur geringfügig zu, um 0,4 Prozent auf 142,4 Millionen Franken. Unter den Herkunftsländern hält Italien mit 4,2 Millionen Litern vor Frankreich mit 3,9 Millionen Litern den Spitzenplatz, allerdings nur was die Menge betrifft.Beim Wert der gelieferten Ware steht das Champagnerland Frankreich mit fast 99 Millionen Franken immer noch unangefochten an der Spitze. Italien folgt mit rund 27 Millionen Franken auf Platz zwei. Einen richtigen Sprung gemacht haben die Importe aus dem drittgrössten Herkunftsland Spanien. Sie legten mengenmässig wie auch beim Wert um über 20 Prozent zu, sind aber mit 2,2 Millionen Litern im Wert von 13 Millionen Franken verhältnismässig bescheiden.
Wirtschaft
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